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Österreich: Mit Holz-Biomasse zur Energieautarkie

Im Stift Klosterneuburg (Niederösterreich) setzten sich am 7.11.2011 beim vierten und vorläufig letzten österreichischen Waldgipfel anlässlich des Internationalen Jahres des Waldes Experten mit der Frage auseinander, welche Rolle dieser Lebensraum künftig bei der Energiegewinnung spielen wird. „Mein Ziel ist klar: Ich will Österreich in Richtung Energieautarkie führen und eine Studie bestätigt, dass es möglich ist, im Inland per saldo so viel Energie zu erzeugen, wie wir auch verbrauchen. Der heimische Wald kann und soll dabei einen wichtigen Beitrag leisten“, erklärte Österreichs Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich.

Schon jetzt werden in Österreich 22,9 Mio. Fm Holz-Biomasse energetisch genutzt. Darin enthalten sind neben Brennholz auch recyceltes Holz, Holz aus Nicht-Waldflächen, Importe und Holz aus einer früheren stofflichen Nutzung sowie Sägenebenprodukte. Das entspricht etwa 160 PJ oder rund 11 % des Gesamtenergie-Verbrauchs. Eine Steigerung des energetischen Einsatzes von Holz-Biomasse bis 2020 um rund 5 Mio. Fm (also auf 200 PJ) ist möglich und realistisch. Im Jahr 2050 kann bzw. soll der Anteil der Holz-Biomasse am Energieverbrauch, laut Berlakovich, rund 27 % betragen.

Fakt ist, dass aktuell bereits drei Viertel des Zuwachses genutzt werden. „Das zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Holzmobilisierung greifen“, so der Minister. Und auch weiteres Potenzial sei vorhanden – bei gleichzeitiger Sicherstellung der Nachhaltigkeit. Wie eine Studie des Bundesforschungszentrums Wald, in deren Rahmen das Holz- und Biomassepotenzial genau untersucht wurde, zeige, könne die Holznutzung „ruhigen Gewissens ausgebaut werden“, erklärte Berlakovich. Wichtig sei jedoch, dass das Holz einer kaskadischen Nutzung zugeführt werde, also dort Verwendung finde, wo es die größte Wertschöpfung erzielt.

Es sei absolut wichtig, Holz als Brennstoff attraktiv zu machen. Deshalb sei die Förderung für Holzheizungen in privaten Häusern auch heuer fortgesetzt und dafür insgesamt 3 Mio. € zur Verfügung gestellt worden. Auch im Rahmen der Förderaktion für die thermische Sanierung gebe es einen Schwerpunkt, Öl durch erneuerbare Energien zu ersetzen, informierte Berlakovich. Zudem stehe die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung im Mittelpunkt, wofür das Ministerium laufend Infofolder, wie etwa die Broschüre „Richtig heizen mit Holz“, auflege.

Der Waldgipfel war auch der erste Tag einer fünftägigen internationalen Forschungskonferenz zur zukünftigen Rolle der Bioenergie aus forstlicher Biomasse in Europa. Die Konferenz wird in Kooperation von COST (Cooperation in Science und Technology), IUFRO (Internationaler Verband forstlicher Forschungsanstalten) und dem österreichischen Bundesforschungszentrum Wald organisiert. Insgesamt nehmen 70 Experten aus 34 Ländern teil.

LK Österreich

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