Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde Hat Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts von Preisabsprachen in der Pelletbranche durchgeführt. Der Verband proPellets Austria weist diesen Vorwurf zurück.
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde Hat Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts von Preisabsprachen in der Pelletbranche durchgeführt. Der Verband proPellets Austria weist diesen Vorwurf zurück.
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Österreich: Hausdurchsuchungen in Sachen Pellets

26. Oktober 2022
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat Mitte Oktober Hausdurchsuchungen im Markt für Pellets durchgeführt. Es bestehe der Verdacht, dass Pellethersteller und Pellethändler die Preise abgesprochen, Kunden aufgeteilt sowie den Absatz gemeinsam eingeschränkt bzw. kontrolliert haben, erklärt die BWB zur Begründung.

Von den laufenden Ermittlungen sind eine Reihe von Unternehmen und ein Verband in den Bundesländern Wien, Kärnten und Tirol betroffen. Die Hausdurchsuchungen seien am 20. Oktober abgeschlossen worden, teilt die BWB mit.

Heizen ist Grundbedürfnis

Holzpellets bilden einen notwendigen Bestandteil der Energieversorgung in Österreich. 4 % aller Haushalte in Österreich heizen mit Pellets. Im Jahr 2021 wurden 1,6 Mio. t Pellets in Österreich produziert. Davon wurden 1,2 Mio. t in Österreich verbraucht. Laut Statistik Austria sind die Pelletexporte 2022 im Vergleich zu 2021 leicht zurückgegangen, ebenso wie die Importe. Pellets aus Russland oder der Ukraine machten nur 1 % der österreichischen Importe aus.

„Heizen ist ein Grundbedürfnis. Die gegenwärtige Krisensituation darf nicht durch Absprachen weiter verzerrt werden. Wir gehen allen Hinweisen mit höchster Priorität nach…“, so die interimistische Generaldirektorin der BWB, Natalie Harsdorf-Borsch.

Kartellverbot

Nach § 1 des österreichischen Kartellgesetzes sind alle Vereinbarungen verboten, die den Wettbewerb verhindern oder beschränken. Insbesondere sind Absprachen über Preise, Einschränkungen der Kontrolle oder der Erzeugung des Absatzes, die Aufteilung von Märkten verboten. Bei Verstößen gegen das Kartellgesetz kann eine Geldbuße bis zu 10 % des Gesamtumsatzes eines Unternehmens durch das Kartellgericht verhängt werden.

Produktionskosten gestiegen

proPellets Austria, die Branchenvertretung der Pellet-Industrie in Österreich, bestätigt eine Hausdurchsuchung durch die BWB, dementiert aber den Verdacht von Preisabsprachen. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, sagt Dr. Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets Austria. „Wir sind überzeugt, dass die Bundeswettbewerbsbehörde keinerlei Fehlverhalten von proPellets zu Tage fördern wird.“

Rakos führt in diesem Zusammenhang drei Argumente an die den Preisanstieg erklären: Die Produktionskosten für Pellets seien gestiegen, die Nachfrage nach Pellets sei sehr hoch und es gebe in Europa kriegsbedingte Lieferausfälle.

Doch keine Preisabsprachen?

Gegen den Verdacht von Absprachen spreche laut Rakos, dass die Preisdifferenzen bei Pellets pro Tonne und Händler in Österreich noch nie so groß waren wie im vergangenen Jahr. Pellets seien zudem in Österreich deutlich günstiger als in den Nachbarländern. Und: Trotz Rekord-Preisen im Ausland exportieren österreichische Händler 11 % weniger.

Quellen: BWB/proPellets Austria