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GF Wildnisgebietsverwaltung

Österreich: Größter Urwald Mitteleuropas erweitert

Das Land Niederösterreich und die Bundesforste erweitern Österreichs einziges Wildnisgebiet Dürrenstein. Das derzeit rund 2400 ha große Schutzgebiet in den nördlichen Kalkalpen wird um rund 1000 ha Fläche, die von den Bundesforsten eingebracht wird, ergänzt. Am 14. Februar wurden die Verträge zwischen Stephan Pernkopf, Landesrat für Naturschutz (NÖ), Christoph Leditznig, Geschäftsführer des Wildnisgebiets Dürrenstein, und Georg Erlacher, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) unterzeichnet.
Das Schutzgebiet ist nicht nur ein in Österreich, sondern in ganz Mitteleuropa einzigartiges Wildnisgebiet und stellt einen der größten Urwälder im mitteleuropäischen Raum dar. Die Wälder im Wildnisgebiet gehören zu den ältesten Beständen und letzten Urwäldern Österreichs. Neben den Flächen werden die Bundesforste gemeinsam mit der Wildnisgebietsverwaltung künftig das Naturraum-, Wildtier- und Jagdmanagement übernehmen, Besucherprogramm und -betreuung durchführen sowie an Infrastruktur- und Naturschutzprojekten mitwirken.
Größter Urwald Mitteleuropas
Inmitten des Wildnisgebiets befindet sich einer der letzten Fichten-Tannen-Buchen-Urwälder Österreichs und Mitteleuropas. Mit rund 500 ha ist er einer der flächenmäßig größten Urwälder des gesamten Alpenbogens. Seit der letzten Eiszeit haben seine Bäume keine Axt und keine Motorsäge gesehen. Auch die Waldbestände des Erweiterungsgebiets befinden sich in einem naturnahen Zustand und weisen mit mindestens 200 Jahren ein überdurchschnittlich hohes Alter auf.
Im Wildnisgebiet wird auf die forstliche Nutzung bewusst verzichtet, die Natur kann sich unbeeinflusst von Menschenhand entfalten und natürliche Prozesse frei ablaufen. Viele Tier- und Pflanzenarten finden hier nicht zuletzt aufgrund des hohen Totholz-Anteils in den Wäldern einen ganz speziellen Lebensraum, dazu zählen unter anderem der Alpenbock, der österreichweit seltene Weißrückenspecht oder Österreichs größte Waldeule, der Habichtskauz, dessen Wiederansiedelung insbesondere im Wildnisgebiet Dürrenstein gefördert wird.
Wildnisgebiet Dürrenstein
Das Wildnisgebiet Dürrenstein wurde im Rahmen eines LIFE-Projektes in den Jahren 1997 bis 2001 auf Initiative des Landes Niederösterreich gemeinsam mit Bund und Grundeigentümern wie den Österreichischen Bundesforsten ins Leben gerufen. Seit Ende 2002 ist die Gesamtfläche des Wildnisgebiets durch Erklärung zum Naturschutzgebiet dauerhaft gesichert. 2003 wurde es nach den strengen Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN als erstes Wildnisgebiet Österreichs der Kategorie I anerkannt.

Österreichische Bundesforste
GF Wildnisgebietsverwaltung Nordische Porlinge (Climacocystis borealis) auf Totholz im Rothwald/Wildnisgebiet Dürrenstein

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