Forstpolitik

Österreich: GAP-Reform ohne Agroforst-Systeme

Bearbeitet von Carolin Föste

Neben vielen umstrittenen Neuigkeiten rund um die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) steht eines fest: Agroforst wird auch von 2023 bis 2027 in Österreich keine Rolle spielen. Das berichtet die ARGE Agroforst in einer aktuellen Pressemitteilung.

Diese Nachricht sei enttäuschend, da Agroforstwirtschaft als Kombination von unterschiedlichen Nutzungsformen auf derselben Fläche ein zusätzliches Einkommen für die Betriebe erwirtschaften könnte. Mit Agroforsten würden auch verbundene Umweltverbesserungen für die Gesellschaft einhergehen.

Gesamtergebnis für Agroforst unzureichend

Die ARGE Agroforst selbst habe sich mehrfach mit Verbesserungsvorschlägen in den Prozess rund um die GAP-Reform eingebracht. Dabei war es nie das Ziel, umfassende Fördergelder für Agroforstflächen zu gewinnen. Stattdessen stünde der Wunsch nach einer einfachen, praxisgerechten Abwicklung in der Antragstellung, Abwicklung und Auszahlung solcher Flächen im Vordergrund.

Obwohl es Verbesserungen durch die Einführung von Biodiversitätshecken, Erhöhung der Zyklen von Kurzumtriebsplantagen und Erhöhung der Dotierung von punktförmigen Landschaftselementen geben werde, bliebe das Gesamtergebnis aus Sicht der Agroforstwirtschaft unzureichend.

Forstbetriebe stellen sich den Herausforderungen

Mehr Gehölze in der Landwirtschaft bedeuten mehr Struktur, mehr Lebensraum, mehr Mikroklima, mehr Biodiversität aber auch mehr Komplexität. Trotz der Weigerung, Agroforst in die GAP zu integrieren, würden sich die jeweiligen Pionierbetriebe der Herausforderung stellen und nach Lösungen suchen. Dazu gehöre die Suche nach Bäumen, Sträuchern, Acker- bzw. Grünlandkulturen und Nutztieren, die miteinander kombiniert werden können, sodass dessen Gesamtleistung, auch ohne eine öffentliche Unterstützung für Landwirte und Gesellschaft, einen ökologischen bzw. ökonomischen Mehrwert schaffe.

Die ARGE Agroforst besteht aus Land- und Forstwirten, Interessensvertretung, Wissenschaft und Beratung und setzt sich in Zusammenarbeit mit Stakeholdern das Ziel, die Integration von Forst- und Landwirtschaft im Sinne der Gesellschaft aufzuarbeiten und den politischen Weg für Agroforstwirtschaft in Europa und Österreich zu ebnen.

Quelle: ARGE Agroforst