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Österreich: FHP-Charta für Holzbau setzt massives Zeichen für die Zukunft

Österreich: FHP-Charta für Holzbau setzt massives Zeichen für die Zukunft

Das Kooperationsabkommen FHP (Forst Holz Papier) ist die nationale Branchenplattform in Österreich. Die FHP-Holzbau-Charta fordert den vermehrten Einsatz von Holz im Zuge des Konjunkturpaketes der österreichischen Bundesregierung. Nunmehr wurde die Aktion abgeschlossen.
Die FHP-Charta für Holzbau wurde von über 8.600 Institutionen, Vereinigungen und auch Einzelpersonen unterzeichnet. Darunter befinden sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister Rupprechter, Familienministerin Karmasin, Sozialminister Hundstorfer, 30 Nationalratsabgeordnete aller im Parlament vertretenen politischen Fraktionen und Bundesländer, namhafte Vertreter weltlicher und kirchlicher Organisationen, Unternehmer- und Arbeitgebervertreter, Naturschutzorganisationen, Prominente aus Kultur, Wirtschaft und Medien. Die Unterstützungserklärungen konnten zwischen Mai und Juli 2015 elektronisch und mittels Unterschriftenlisten abgegeben werden. Die zeichnenden Organisationen und Einrichtungen repräsentieren mehr als 1,5 Mio. Staatsbürger Österreichs. Nun wurden die Forderungen daraus an Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner übergeben.
Die Forderungen der FHP-Charta für Holzbau
Die Holzbau-Charta fordert den vermehrten Einsatz von Holz im Zuge des Konjunkturpaketes der Bundesregierung. Da mehr als ein Fünftel der Bevölkerung die Bauweise mit Holz im heimischen Wohnbau unterstützt, soll auch ein Fünftel der geplanten Wohnungen aus Holz errichtet werden. Dies sind somit:
•  6.000 Wohnungen im „Neuen Wohnpaket“ (von insgesamt 30.000 geplanten).
•  2.000 Wohnungen im ARE Investitionsprogramm (von insgesamt 10.000 geplanten).
•  Ein Vertreter des Holzsektors soll zudem am Fortschrittsbericht an die Bundesregierung mitwirken, der mindestens ein Mal im Jahr im Ministerrat behandelt wird.
•  In die Arbeitsgruppe für ein einheitliches, bundesweites Bau(Technik)-Regelwerk soll ein Vertreter der Holzbranche eingebunden werden.
Das „Neue Wohnpaket“ als Motivator
Die österreichische Bundesregierung hat im März 2015 im Zuge der Steuerreform ein Konjunkturpaket vorgelegt, das auch eine Wohnbauoffensive beinhaltet. Das „Neue Wohnpaket“ umfasst eine Investitionssumme von 5,7 Mrd. € für zigtausende neue Wohnungen.
„Diese massive Unterstützung der FHP Holzbau-Charta durch die zahlreichen Unterzeichner/Innen ist ein klares Bekenntnis, Holz im Wohnbau vermehrt einzusetzen und so einen wichtigen Schritt hin zu höherer Lebensqualität, mehr Klimaschutz und steigendem Wohlstand zu setzen. Der Holzbau steht zudem für eine moderne und nachhaltige Wirtschaftspolitik. Aus Holz werden die Häuser der Zukunft gebaut“, betont FHP-Vorsitzender Georg Starhemberg bei der Übergabe des Forderungspapiers an Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.
Holzbau als Wirtschaftsmotor
Mit einem Außenhandelsüberschuss von durchschnittlich 3,5 Mrd. € zählt die Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier zu den wichtigsten Aktivposten des österreichischen Außenhandels. Als Motor der Wertschöpfungskette Holz trägt der Holzbau durch einen hohen Verarbeitungsgrad in Österreich und eine Stärkung der strukturschwachen Regionen zu einer erhöhten Wertschöpfung bei. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstumsimpulsen für Klein- und Mittelbetriebe wird der ländliche Raum gestärkt, da 300.000 Einkommensbezieher/Innen in 172.000 (vorwiegend familiengeführten) Unternehmen eine Lebensgrundlage geboten wird.
Holzbau ist aktiver Klimaschutz
Bei Holz-Gebäuden ersetzt Holz andere Baustoffe, deren Herstellung CO2-intensiv ist. Somit werden bei Holzbauten Emissionen vermieden. Auch als CO2-Speicher leistet der Holzbau einen wichtigen Beitrag zur Klimapolitik: pro Kubikmeter werden bis zu 1 t CO2-Äquivalent langfristig gespeichert. Ein modernes Einfamilien-Holzhaus bindet somit die Menge CO2, die ein Kraftfahrzeug in 40 Jahren verursacht und verringert somit unseren CO2-Footprint. Denn grundsätzlich gilt: Je mehr Häuser aus Holz, desto weniger CO2, desto kleiner unser CO2-Footprint. Außerdem muss das Baumaterial Holz nicht aufwendig entsorgt werden. Am Ende seines Lebenszyklus kann es als Energieträger zum Einsatz kommen und dabei fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas ersetzen, wodurch zusätzliche Emissionen eingespart werden.
Übrigens: Holzhäuser sind „Nützlingshäuser“.
 Das Symbol der FHP-Charta für Holzbau ist das hölzerne „Nützlingshaus”. Es wurde vom Ökokreis im Forstamt Ottenstein gefertigt. Im übertragenen Sinne steht das Nützlingshaus somit für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, genauso wie der vermehrte Einsatz von Holz im Wohnbau. Details zur FHP-Charta für Holzbau finden sich unter: www.wald-in-österreich.at/holzbaucharta
 

Weiterführende Informationen zur Holzbaucharta

 
FHP

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