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Österreich: Die Wärmeenergie der Zukunft ist erneuerbar

Österreich: Die Wärmeenergie der Zukunft ist erneuerbar

Die Wärmeenergie der Zukunft ist erneuerbar – so lautet das Fazit der Veranstaltung „Erneuerbare Wärme: Schlüssel zur Energiewende“ des Österreichischen Biomasse-Verbandes (ÖBMV).

„Für die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien spielt der Wärmesektor eine besondere Rolle“, betonte Umweltminister Nikolaus Berlakovich anlässlich seiner Eröffnungsrede. „Die Förderoffensive für Heizsysteme mit nachhaltigen Rohstoffen verstärkt unsere Unabhängigkeit gegenüber klimabelastenden, fossilen Heizmaterialien. Wer auf erneuerbare Energien setzt, ist Teil einer sicheren, unabhängigen und sauberen Zukunft. Mein Ziel ist die hundertprozentige Selbstversorgung mit heimischer, erneuerbarer Energie bis 2050.“

Biomasse erobert künftig Marktanteile

Die steigende thermische Gebäudequalität sowie die höhere Effizienz moderner Biomasse-Heizkessel und -öfen ermöglicht künftig die Deckung deutlich höherer Marktanteile bei sinkendem oder konstantem Biomasse-Einsatz, berichtete Dr. Lukas Kranzl von der TU Wien.

Über die Rohstoffpotenziale und die Wertschöpfungskette Holz referierte Kasimir Nemestothy, Referatsleiter Energie der Landwirtschaftskammer Österreich. Im österreichischen Ertragswald stockt ein gewaltiger Holzvorrat von rund 1,1 Mrd. Fm Stammholz. Der jährliche Holzzuwachs beläuft sich im Schnitt auf 30 Mio. Fm, die Holznutzung liegt bei etwa 26 Mio. Fm pro Jahr. Bei der Gewinnung von 14 Mio. Fm an den Hauptsortimenten Sägerundholz und Industrieholz fielen im Jahr als Koppelprodukte „automatisch“ rund 8 Mio. Fm verschiedener Energieholzsortimente an. Beinahe 100 % des in den Markt gebrachten Holzes werden, nach unterschiedlichstem Durchlauf durch die Wertschöpfungskette, energetisch genutzt.

„Prinzipiell hat die energetische Holznutzung für jeden Teilbereich der Wertschöpfungskette einen positiven Effekt“, erklärt Nemestothy. „Die Lösungsansätze liegen nicht im ‚Entweder-oder’ sondern im ‚Sowohl-als-auch’ der stofflichen und energetischen Nutzung.“ Werden zum Beispiel 1.000 Fm Faserholz zur stofflichen Nutzung in die Papierindustrie gebracht, findet man davon in kurzer Zeit 70 % bis 80 % in der Energiebilanz vor.
„Holz bleibt die wichtigste erneuerbare Ressource“, hebt Nemestothy hervor. „Während mit Wasser und Wind nur Strom erzeugt werden kann, sind biogene Energieträger in allen Anwendungsbereichen, wie Strom, Wärme und Transport, vielfältig einsetzbar.“

Raumwärme im Fokus

„Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs wird in Österreich für die Erzeugung von Wärme zur Beheizung von Gebäuden sowie für industrielle Prozesse eingesetzt“, analysiert Dr. Horst Jauschnegg, Vorsitzender des ÖBMV. Knapp 60 % der in Österreich genutzten Wärmeenergie werden für die Produktion von Raumwärme bzw. -kälte verwendet, das waren im Jahr 2011 330,5 Petajoule (PJ).

Gemeinsam mit dem Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) hat der ÖBMV sieben Maßnahmen ausgearbeitet, um den Anteil der erneuerbaren Energien in Österreich bis 2020 von derzeit 41 % auf 55 % zu steigern:

 

1. Verbot der Installation neuer Ölheizungen
2. Kesseltauschprämie
3. Steuerliche Abschreibung der Investition in erneuerbare Wärme
4. Anhebung des Förderzinses auf inländische Öl- und Gasförderung
5. CO2-Steuer
6. Informationsoffensive und Vorbildwirkung der öffentlichen Hand
7. Abbau von Barrieren für erneuerbare Wärme

„Das Verbot von neuen Ölheizungen in Neubau und Sanierung verbunden mit einem Kesseltauschprogramm für alte Ölheizungen und Festbrennstoffkessel sind zentrale Stellschrauben für die Umgestaltung des Wärmemarktes“, hebt Jauschnegg hervor. Vom Ausbaupotenzial der erneuerbaren Energien in Höhe von 47 PJ bis 2020 entfallen 60 % auf die Biomasse. Dieser Biomasse-Beitrag teilt sich zu knapp zwei Drittel auf Einzelfeuerungen und zu einem Drittel auf den Fernwärmebereich auf.
 

Österreichischer Biomasse-Verband

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