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Disruptive Veränderung birgt große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig auch enorme Chancen. Am Anfang des digitalen Zeitalters hatte die Papierindustrie den Ruf der Sunset Industry, jetzt ist sie auf dem Weg zur Leitbranche der Bioökonomie.

Österreich: Die Papierindustrie wird zur Leitbranche der Bioökonomie

Die Papierindustrie ist auf dem Weg zur Leitbranche der Bioökonomie. Unter dem Perspektivenwandel von Herausforderungen zu Möglichkeiten ging die Paper & Biorefinery Conference am 16. und 17. Mai 2018 in der Messe Graz über die Bühne.

Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Forschung diskutierten dabei die künftigen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie Chancen und Risiken für die Papierindustrie im Zusammenhang mit den neuen Trends und zukünftigen Veränderungen. Der digitale Wandel sowie die Transformation der Wirtschaftsweise in eine Bioökonomie bieten große Möglichkeiten für die Branche, die die biobasierte Kreislaufwirtschaft seit Jahren lebt und sich durch ihre Entwicklung hin zur Bioraffinerie ständig weiterentwickelt.

Austropapier Präsident Max Oberhumer eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Wolfgang Bauer (Institut für Papier- und Zellstofftechnik) und Christian Skilich (Austropapier Vizepräsident). Dabei übergab der Austropapier-Präsident nach zwei Jahren an der Verbandsspitze das Zepter an Christian Skilich von Mondi. In seinem Eingangsstatement appellierte Skilich an die Branche die Chance der Digitalisierung zu nutzen. „Disruption betrifft unsere gesamte Branche. Die Art wie die Industrie arbeitet wird sich verändern. Sie bietet uns die Möglichkeit effizienter, besser und kundengerechter zu werden. Wer nicht auf den Zug aufspringt, wird auf der Strecke bleiben.“ Seitens der steirischen Politik begrüßte der Grazer Gemeinderat Stefan Haberler die 420 Teilnehmer. In Vertretung von Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger stellte Generalsekretär Josef Plank die Pläne der Regierung im Kampf gegen den Klimawandel vor und resümierte „Die Papierindustrie ist bereits jetzt ein wichtiger Teil der Bioökonomie. Bündeln wir die Kräfte und entwickeln sie gemeinsam weiter.“

Wissensforen

Im Economy Forum gab unter anderen Verbund-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber einen Einblick in die Energiewirtschaft von morgen. Joachim Schönbeck von Andritz zeigte anlagentechnische Lösungen auf, um den zukünftigen Ansprüchen in der Produktion gerecht zu werden. Marco Lucisano vom Forschungsinstitut RISE Bioreconomy erklärte, wie die Transformation von einer fossilen in eine biobasierte Gesellschaft gelingen kann. Anhand von Sappi führte R&D Director Math Jennekens vor, welche Chancen der Wandel hin zur biobasierten Gesellschaft für die Papierindustrie bietet. Stefanie Lindstaedt vom Institut für Wissensmanagement an der TU Graz stellte vor, wie die Papierindustrie künstliche Intelligenz für die Produktion nützen kann.

Zudem standen neben zwei Wissensforen zu den Themen „Bioeconomy“ und „Recycled Fiber“ überwiegend technische Themen auf dem Programm – koordiniert vom Papierinstitut der TU Graz unter Prof. Wolfgang Bauer.

Die Papierindustrie in Österreich

Die österreichische Papierindustrie hat durch ihren Bedarf an natürlichen Rohstoffen eine lange Tradition der Nachhaltigkeit. Der 100-%ige Bezug von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, mehrfaches Recycling und mehrstufige Abwasserreinigung sind mittlerweile Standard. Die kaskadische Holznutzung –Mehrfachnutzung, Recycling und abschließende thermische Verwertung – und damit einhergehend die optimale Verwertung des wertvollen Rohstoffes Holz hat sie zur Leitbranche der kreislaufbasierten Bioökonomie gemacht.

Mittlerweile erzeugen 24 Betriebe 5 Mio. t Papier und 2 Mio. t Zellstoff pro Jahr und zusätzlich noch Textilien, Nahrungsmittelzusatzstoffe, wie Kaugummizucker oder den Geschmacksstoff Vanillin. Auch zahlreiche Vorprodukte für die chemische Industrie kommen aus der Papierindustrie und ersetzen erdölbasierte Stoffe. Durch intensive Forschung an weiteren neuen Erzeugnissen aus Holzbestandteilen entwickelt sich die Branche in Richtung Bioraffinerie und ist damit ein wichtiger Teil der Bioökonomie.

Red./Austropapier

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