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Österreichischer Biomasse-Verband: Energiewende bedeutet nicht nur 100 % Ökostrom!

Österreichischer Biomasse-Verband: Energiewende bedeutet nicht nur 100 % Ökostrom!

Der durchschnittliche österreichische Haushalt konsumiert 59 % der jährlich verbrauchten Energie in Form von Wärme, 33 % machen Treibstoffe aus und 9 % Strom für Beleuchtung, EDV und Haushaltsgeräte. Betrachtet man die politischen und medialen Diskussionen, wird aber ein anderer Eindruck über die Bedeutung der Sparten erweckt. „Energiewende bedeutet nicht nur 100 % Ökostrom, sondern insbesondere eine Abkehr von fossilen Energieträgern in der Wärmebereitstellung“, fordert der Vorsitzende des Österreichischen Biomasse-Verbandes (ÖBMV), Horst Jauschnegg.
Am sinnvollsten ist hierfür der Austausch der rund 700.000 Ölheizungen in den privaten Haushalten. Diese könnten bis 2030 vollständig durch moderne Biomasse-Heizsysteme ersetzt werden. Der Marktanteil der Biomasse im Wärmebereich würde bei gleichbleibendem Energieverbrauch von 39 % auf über 60 % steigen – bei verbesserter Gebäudedämmung läge dieser noch weit darüber. Österreich würde von der Energiewende im Wärmebereich mehrfach profitieren: verminderte Ölimporte, geringere Treibhausgas-Emissionen, höhere heimische Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.
 
Jetzt die Rahmenbedingungen schaffen!
Biogene Brennstoffe sind zurzeit um rund 50 % günstiger als Heizöl. Wenn es gelinge, die Hürde der höheren Investitionskosten bei Holzheizungen zu überspringen, dann werde deren Anteil deutlich und noch schneller steigen, erklärt Jauschnegg. „Deshalb fordern wir ein Verbot von Ölheizungen im Neubau ab 2015 und in der Sanierung ab 2016, damit bis 2030 alle Ölheizungen ausgemustert werden können. Gleichzeitig soll eine Kesseltauschprämie als Anreiz ausgeschüttet werden.“ Diese soll für den Tausch einer Ölfeuerung (2014: 2.000 €), aber auch einer veralteten Festbrennstoffheizung (2014: 1.500 €) gelten. Bis Ende 2018 sollen damit 150.000 alte Heizkessel getauscht werden. Die Maßnahme könnte durch eine Anhebung des Förderzinses auf inländische Öl- und Gasförderung finanziert werden. Der Verband rechnet mit Mehreinnahmen von etwa 150 Mio. €.
Umstieg lohnt sich!
Derzeit werden im Raumwärmebereich etwa 1,3 Mrd. l Heizöl im Jahr eingesetzt. Die Rechnung an die Volkswirtschaft beträgt 1,2 Mrd. €. Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung des Heizöls liegen bei 3,4 Mio. t CO2. Obwohl die österreichischen Haushalte ihren Heizölbedarf im vergangenen Jahrzehnt (trotz steigendender Haushaltsanzahl) um etwa 25 % gesenkt haben, wird die Heizölrechnung heuer um geschätzte 520 Mio. Euro höher sein als noch 2003. Das entspricht einem Plus von 78 %. Für einen Haushalt mit einem Heizölbedarf von rund 3.000 l bedeutet dies Mehrkosten von 1.650 € im Jahr. Bei Umstieg auf eine Holzheizung hätte sich der Haushalt seit 2003 im Falle von Hackgut 14.000 Euro, bei Scheitholz 12.000 € und bei Pellets 10.000 € Brennstoffkosten erspart.
Haushalte als Hauptverursacher von Treibhausgas-Emissionen
Die österreichischen Treibhausgas-Emissionen sind von 1990 bis 2011 um 6% gestiegen. Die wichtigsten Verursacher im Wärmebereich sind private Haushalte mit einem Anteil von rund 70 %. Die Bemühungen der heimischen Kessel-Industrie zur Entwicklung emissionsarmer Biomasseheizungen tragen Früchte. Trotz Vervierfachung der installierten Biomassekessel zwischen 2001 und 2010 sind die Feinstaubemissionen insgesamt um 16% zurückgegangen. Beim Austausch einer alten Festbrennstofffeuerung gegen eine moderne Biomasseheizung ist eine Verringerung der Feinstaubemissionen um 95% möglich.
Zusehends globaler Pelletshandel
Der Energieträger Biomasse (hierzu insbesondere Pellets) wird zunehmend zum weltweit standardisierten und gehandelten Gut. Sowohl das Angebot als auch der Handel steigen jährlich. „Dieser Trend wird mittel- und langfristig auch auf Österreich übergreifen. Pellets- werden Heizöl-Importe ersetzen“, erklärt Jauschnegg. Zurzeit werden aber in Österreich mehr Pellets produziert als verbraucht. „Es wäre der falsche Weg, sich nur auf steigende Importmöglichkeiten zu verlassen und den Ausbau der heimischen Bioenergiepotenziale – mit hoher Wertschöpfung in den ländlichen Regionen – zu vernachlässigen“, mahnt Jauschnegg. Potenziale liegen in Kleinwald, Landwirtschaft und der Nutzung von Abfällen.
Basisdaten Bioenergie Österreich
Weitere Informationen über die Biomasse-Nutzung können in der neuen ÖBMV-Publikation „Basisdaten Bioenergie Österreich 2013“ nachgelesen werden. Gegenüber der vorherigen Ausgabe sind neu hinzugekommen Kapitel zu den Themen Klima, fossile Energien, Wald und Holz sowie Biomasse-Potenziale bis 2020. Einige Highlights:
• Es wird mehr Energie aus Biomasse gewonnen, als aus allen anderen erneuerbaren Energien zusammen;
• fast jeder zweite Arbeitsplatz im Bereich der Erneuerbaren ist dem Sektor Biomasse zuzuordnen;
• Bioenergie ist mit Abstand der wichtigste Raumwärme-Lieferant für Österreichs Haushalte;
• 2012 wurde eine Rekordzahl von 12.000 Pelletskessel neu installiert.
 

Zur Broschüre des Österreichischen Biomasse-Verbandes

 
Österreichischer Biomasse-Verband

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