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Österreich: 2013 weniger Fertighäuser gebaut

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien präsentierte der Österreichische Fertighausverband am 9. April die Bilanz für das Geschäftsjahr 2013. Nüchtern gab sich dessen Präsident Roland Suter, der gleichzeitig als Geschäftsführer die Geschicke des Mitgliedbetriebes Hartl Haus, Echsenbach, leitet. Es gebe keinen großen Anlass zur Freude über das abgelaufene Jahr, jedoch ließe ein positives Anlaufen der Konjunkturlokomotive 2014 auf mehr Aufträge hoffen, verlautbarte Suter. Das Interesse der Bauherren steige bereits deutlich.In Zahlen gesprochen bedeutet dies einen Rückgang um 3,2% bei den 2013 in Österreich errichteten Einfamilienhäusern in Fertigbauweise. Suter dazu: „Der Markt war im Vorjahr durch zwei Aspekte beeinflusst. Zum einen konnten wir durch den langen und kalten Winter erst sehr spät mit der Bausaison starten. Die fehlenden Stückzahlen waren in den folgenden Quartalen nicht mehr aufzuholen. Zum anderen wurden viele geplante private Bauprojekte durch die tristen Meldungen vom Arbeitsmarkt aufgeschoben.“ Der Marktanteil vorgefertigter Häuser betrug 30% (4 600 Stück). 27% davon (4 155 Stück) entsprechen im Leistungsumfang der Önorm B2310.Ausgeglichen werden konnte das Minus beim Einfamilienhausbau durch ein Plus von 20,8% im großvolumigen Bau (mehrgeschossige Wohnhausanlagen, Reihenhäuser, Hotels, Bürogebäude). Somit lag der Gesamtumsatz der Verbandsmitglieder – inklusive Export – im Vorjahr bei 540 Mio €.Der Export von Einfamilienhäusern brach um 7 % ein und liegt damit auf dem Niveau von 2011. „Rettungsanker war hier erneut der großvolumige Bau. 42 Projekte wurden 2013 im Ausland abgeschlossen, um 50% mehr als 2012“, weiß Josef Gruber, Präsident des Europäischen Fertigbauverbandes und Geschäftsleiter von Vario-Bau, Wiener Neustadt. Das Unternehmen zähle laut Suter neben Elk, Schrems, und Hartl Haus zum drittgrößten Fertighaushersteller Österreichs.Aufgeteilt auf die Bundesländer bleibt Niederösterreich mit einem Anteil von 33% unangefochtener Spitzenreiter, was die Errichtung von Fertighäusern betrifft. „90 % aller Fertighäuser werden von unseren Mitgliedern im Osten Österreichs gebaut. Der Rest verteilt sich auf Kärnten und Westösterreich“, erklärte der Präsident. Der Trend gehe außerdem hin zu schlüsselfertigen Häusern – die bequemste aller Ausbaustufen legte 2013 um 4,3 % zu.„Die österreichische Fertighausindustrie steckt nicht in einer Krise, ein Fortschritt schaut aber auch anders aus“, resümiert Suter, der die aktuelle Situation als stagnierend bezeichnet. Ein schlechtes Bild hätten außerdem die Insolvenzen der Mitgliederbetriebe Griffner, Griffen, und Wigo Haus, Feldkirchen, erzeugt. Sie seien jedoch keineswegs Indiz für eine kränkelnde Branche. „In beiden Fällen muss man hinter die Kulissen schauen“, betonte Suter. Er führt die Unternehmenspleiten auf eindeutige Managementfehler zurück. Suter warnte davor, traditionsreiche Familienbetriebe in die Hände von Fondsmanagern oder vermeintlichen Börseexperten abzugeben. „Der Fertighausindustrie geht es dabei aber nicht anders als den anderen Baubranchen“, meinte Suter im Hinblick auf die Megapleite der Alpine im Sommer 2013.

timber-online.net

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