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Ökologischer Wert der Spessartwälder nicht gefährdet

Ökologischer Wert der Spessartwälder nicht gefährdet

Die von Greenpeace e.V. im April erhobenen Vorwürfe der systematischen ökologischen Entwertung der alten Buchen- und Eichenwälder im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Hochspessart“ im Bereich des Forstbetriebes Rothenbuch, Bayerische Staatsforsten, AöR, sind unbegründet. Die Bayerische Forstverwaltung hat die Vorwürfe eingehend geprüft und kommt zu folgendem Ergebnis:
Die von Greenpeace kritisierte Einbringung der Nadelbaumart Douglasie in den  Lebensraumtyp „Hainsimsen-Buchenwälder“ des FFH-Gebiets „Hochspessart“ ist aus rechtlicher und fachlicher Sicht nicht zu beanstanden. Auf lediglich 0,6 Prozent der Fläche der kartierten Laubwälder wachsen junge Douglasien in kleinen Gruppen, eingebettet in Millionen von Buchenpflanzen. Der hohe ökologische Wert der Hainsimsen-Buchenwälder wird hierdurch nicht gefährdet. Die über 9.700 Hektar Buchenwälder im FFH-Gebiet „Hochspessart“ befinden sich nach wie vor in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Sie sind naturnah und reich an Strukturen, insbesondere zeichnen sie sich durch einen erheblichen Anteil alter Eichen, eine hohe Zahl an Biotopbäumen und eine beachtliche Menge Totholz aus. Sie bieten Fledermäusen, wie der Bechsteinfledermaus und dem Großen Mausohr, dem Hirschkäfer und dem selten Eremiten einen idealen Lebensraum. Darüber hinaus finden in diesen Wäldern der Mittelspecht, der Halsbandschnäpper und baumbrütende Mauersegler einen einzigartigen Lebensraum. Für den Erhalt der gebietstypischen Artenvielfalt kommt vor allem der Eiche eine herausragende Bedeutung zu.
Die kritisierte Arbeit der Forstbetriebe zur langfristigen Sicherung der Eiche am Waldaufbau in den Spessartwäldern ist deshalb fachlich ebenfalls nicht zu beanstanden. Ohne die gezielte Begründung junger Eichenbestände würde die äußerst lichtbedürftige Eiche im Schatten der im Spessart übermächtigen Buchen untergehen. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist es gerade in den Natura 2000-Gebieten des Spessarts eine Verpflichtung, die Eiche aktiv einzubringen und sie in der Konkurrenz zur Buche stets zu unterstützen. Über das seit Jahrhunderten bewährte und fachlich anerkannte Verfahren der Eichensaaten gelingt es, der Eiche ihren Platz in den Buchenwäldern des Spessarts zu sichern. Die Verjüngung der Eiche dient insbesondere auch dazu, die Habitate des Mittelspechts, des Halsbandschnäppers sowie Grauspechts und Wespenbussards langfristig zu erhalten.
BaySf

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