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Ökologischer Waldwegebau bei ThüringenForst

Ökologischer Waldwegebau bei ThüringenForst

ThüringenForst, mit 200.000 ha flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat, investiert über seine Maschinenstützpunkte in diesem Jahr 7,7 Mio. € in den Ökowegebau. Bei dieser forstlichen Wegebautechnik werden nahezu ausschließlich wassergebundene Naturdecken verwendet, die mit lokalen, unbehandelten Baumaterialien erstellt werden. Auf eine Asphaltierung, die damit verbundene Einbringung chemischer Baustoffe und die ökologisch nachteilige Flächenversiegelung wird bei ThüringenForst aus Umweltschutzgründen verzichtet.
Allein für 85 km Neu- und Ausbau sowie rund 1600 km Wegeunterhaltung im Wald werden bis Ende des Jahres 5 Mio. € ausgegeben. Zusammen mit der Wegeinstandsetzung erreicht die Landesforstanstalt die Investitionshöhe aus dem Vorjahr von 7,7 Mio. €.
Keine Flächenversiegelung durch Waldwegebau
„Der Forstwegebau ausschließlich mit Naturstoffen und ohne Flächenversiegelung mag nicht alle Waldbesucher wie etwa Skater oder Rollskifahrer befriedigen, für ein intaktes Ökosystem Wald ist es von hoher Bedeutung“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Gebhardt verweist auf die wichtige Trinkwasserfunktion der heimischen Wälder. Eine naturnahe Forstwirtschaft mit weitgehendem Verzicht auf Kahlschläge, Düngereinsatz und Pflanzenschutzmittel, ergänzt um einen bodenschutzorientierten, ökologischen Waldwegebau stellt sicher, dass in Thüringens Staatswälder ein vorbildlicher Trinkwasserschutz sichergestellt ist.
Waldwege sind ökologisch und funktionell
Mit dem Verzicht auf einen asphaltbasierten Waldwegebau ergeben sich temporäre Einschränkungen durch Verschmutzung während Holzerntearbeiten. „Dieser temporären und sehr lokalen Einschränkung stehen vielfältige Vorteile zu Gunsten des schützenswerten Ökosystems Wald gegenüber“, so Gebhardt weiter.
So stellen die feinkörnigen und schnelltrocknenden Naturdecken keine unüberwindbaren Grenzen für Käfer, Schnecken, Lurche oder Schlangen dar. Im Gegenteil bildet das mit Naturbaustoffen erstellte Waldwegenetz eine ökologische Nische dar, da das entlang des Wegeprofils geöffnete Kronendach eine intensive Sonneneinstrahlung auf den Boden erlaubt. Lichtliebende Pflanzen und Tiere finden sich entlang der Forstwege ein, die sich im dunklen Forst nicht durchsetzen können. An Wegedurchlässen bilden sich oft „Absetzbecken“, die unter anderem von Fröschen, Feuersalamandern genutzt werden. In der kalten Jahreszeit sind Waldwege bei Sonnenschein gleichsam „Wärmeachsen“, die vielen Waldtieren das Überleben sichern helfen und im Frühjahr oft erstes frisches Grün als Nahrung liefern.
Mit dem vielfältigen Nutzen eines ökologisch ausgerichteten Waldwegenetzes wird folglich auch die Biodiversität im Wald nicht nur unterstützt, sondern auch verbessert.
Übrigens: Seit wenigen Jahren verfügen einige Forstämter im Freistaat über eigene Wegebautechnik. Damit sollen Wegeschäden im Zusammenhang mit Holzernte- und Rückearbeiten schneller behoben werden.
ThüringenForst

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