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Ökokonto im Wald von Baden Württemberg

Ökokonto im Wald von Baden Württemberg

Förster und Privatwaldbesitzer informierten sich am Samstag bei einer Exkursion des NABU im Gemeindewald von Mönchweiler im Schwarzwald-Baar-Kreis über das Ökokonto. „Das Prinzip ist schnell erklärt“, sagte NABU Vorstandsmitglied Markus Röhl, „für jede neue Straße, jeden Parkplatz und jedes Haus, das Natur zerstört, muss laut Gesetz ein Ausgleich her.“ Mit dem Ökokonto können sich kommunale und private Waldbesitzer wie bei einem Sparbuch besondere Naturschutzmaßnahmen im eigenen Wald gutschreiben lassen und diese dann als Ausgleich für Bauvorhaben verkaufen. Die neue Ökokonto-Verordnung tritt zwar erst im April in Kraft, um erste Erfahrungen damit zu sammeln wurde das Instrument aber bereits in 10 Gemeinden getestet. Mit dabei waren auch die beiden NABU-Naturwaldgemeinden Mönchweiler und Königsfeld im Schwarzwald.
 „Als NABU Naturwaldgemeinde haben wir natürlich ein besonderes Interesse an einer naturverträglichen Waldbewirtschaftung. Wenn wir durch die Gelder aus dem Ökokonto unser naturfreundliches Profil weiter schärfen können ist das nicht nur ein Gewinn für uns, sondern auch für die Natur“,  erklärte Friedrich Scheerer, Bürgermeister von Mönchweiler.
Auch Jerg Hilt, Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg, hält das Ökokonto für ein sinnvolles Instrument des Naturschutzes, er warnte jedoch vor zu hohen bürokratischen Hürden für Waldbesitzer: „Damit das Ökokonto auch im Privatwald ankommt, muss der Verwaltungsaufwand für den einzelnen Waldbesitzer so gering wie möglich gehalten werden“, sagte Hilt.
Der NABU bestätigte diese Forderung. Er setze sich deshalb für die Einrichtung einer landesweiten Koordinierungsstelle ein, über die Ökokonto-Maßnahmen angemeldet und gehandelt werden könnten. Dies könne zum Beispiel über die Flächenagentur Baden-Württemberg erfolgen, erwiderte Röhl. Bei der Exkursion in die Gemeindewälder von Mönchweiler und Königsfeld begutachteten die Teilnehmer verschiedene Maßnahmen die mit dem neuen Ökokonto finanziert werden können, darunter der Umbau eines Fichtenreinbestandes in einen struktureichen Eichenmischwald, die Neuanlage eines artenreichen Waldrandes, die Stilllegung einer naturnahen Waldfläche und die Renaturierung eines Waldbaches.
Hintergrund: NABU Naturwaldgemeinden
Die Gemeinden Mönchweiler und Königsfeld sind NABU-Naturwaldgemeinden. Mit diesem Prädikat zeichnet der NABU kommunale Waldbesitzer aus, die sich in besonderer Weise um die flächendeckende naturnahe Bewirtschaftung Ihres Waldes bemühen. Mit der Auszeichnung „Naturwaldgemeinde“ kann die Gemeinde gegenüber Ihren Bürgern und Gästen die besonderen Bemühungen zur Erhaltung und Förderung der Lebensqualität und der natürlichen Lebensgrundlagen dokumentieren. Weitere Naturwaldgemeinden im Land sind Bad Dürrheim, Pfullingen und Hirschberg in der Bergstraße. Bundesweit hat der NABU 15 Gemeinden mit dem NABU-Zertifikat gekürt. Weiter Informationen unter: www.nabu-bw.de 
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