Holzenergie

Ökobrennstoff Holz: Die private Wärmewende im Wohnzimmer

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Jeder Bundesbürger emittiert durchschnittlich 7,8 t Kohlendioxid pro Jahr und liegt mit seinem Pro-Kopf-Ausstoß um drei Tonnen höher als im weltweiten Vergleich. Daher ist eine Verbesserung der eigenen Klimabilanz gefordert.

Autofahren und Heizen sind die Hauptverursacher – hier lasse sich der persönliche Kohlendioxid-Ausstoß am nachhaltigsten senken, erklärt der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. Ein sehr effizienter Ansatz sei die Unterstützung der Heizungsanlage durch eine moderne Holzfeuerung. Dazu zählen Kamin-, Kachelöfen und Heizkamine sowie Pelletöfen.

Einsatz von Brennholz gut für die CO₂-Bilanz

Ein Bestandsgebäude mit einer Grundfläche von 120 Quadratmetern benötigt bei einer normalen Bauweise rund 1.800 l Heizöl pro Jahr zur Wärmeerzeugung. Wer neben seiner vorhandenen Heizung einen modernen Kaminofen, Heizkamin oder Pelletofen einsetzt, könne damit die Zentralheizung in der kalten Jahreszeit wirkungsvoll entlasten. Wer zum Beispiel ein Drittel der Wärme mit dem Ökobrennstoff Holz erzeuge, spare rechnerisch jedes Jahr 600 l Heizöl oder knapp 600 m3 Erdgas. Benötigt werden hierzu drei Raummeter Brennholz bzw. rund 300 kg Pellets. Ein Nebeneffekt mit Gewinn: Holz und Pellets sind preiswerter als fossile Energieträger.

Klimaneutrale Wärme

Beim klassischen Brennholz, ebenso wie bei den heizstarken Pellets, handelt es sich um klimaneutrale Energieträger, bei deren Verbrennung nur so viel CO2 anfällt, wie der Baum zuvor während seines Wachstums aufgenommen hat und auch dann wieder abgeben würde, wenn dieser im Wald verrottete. Dieser Vorgang wird als CO2-Kreislauf bezeichnet. Lediglich bei der Holzernte, der Aufbereitung und dem Transport entstehen geringe Mengen CO2. Daher sollte jeder Ofenbesitzer darauf achten, dass das Brennholz bzw. die Pellets aus der Region kommen.

Starker Effekt: Richtig viel einsparen

Ersetze ein Haushalt rund 600 l Heizöl oder die entsprechende Menge an Erdgas durch den Ökobrennstoff Holz, werden aufgrund des CO2-Kreislaufes rund 1.800 kg weniger Kohlenstoffdioxid der Umwelt zugeführt. In einem Zwei-Personen-Haushalt senken so beide ihren Ausstoß um fast 12 %, rechnet der HKI vor.

Wie stark dieser Effekt ist, zeige ein weiterer Vergleich: Durch Wärmedämmung und energiesparende Geräte konnten die CO2-Emissionen aller deutschen Privathaushalte im Bereich Wohnen in den letzten 20 Jahren um rund 6 % gesenkt werden. Das gleiche Ergebnis hätte man auch, wenn man 600 l Kraftstoff für sein Auto einspart. Also von einem großen Fahrzeug auf einen sparsamen Kleinwagen oder ein Elektrofahrzeug umsteigt.

Quelle: HKI