Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Weltweit geht die Artenvielfalt zurück. Der deutsche Wald scheint nach mehreren Studien zufolge, ein Hoffnungsträger zu sein.

Öffentliche Forstbetriebe unterstützen Forschungsprojekt zur Biodiversität in Wäldern

Verschiedene Studien berichten über den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in der Welt. Ein Hoffnungsträger ist der deutsche Wald, denn hier zeigen mehrere Studien einen Gegentrend auf. Um den Zusammenhang zwischen Waldbewirtschaftung und dessen Einfluss auf die Biodiversität zu untersuchen, wurde das Forschungsprojekt „WABI“ gegründet.

In dem am 1. Mai begonnenen Vorhaben sollen der „Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität in Wäldern“ näher untersucht und ein Verfahren für die langfristige Beobachtung der Biodiversität im Wald entwickelt werden. Der deutsche Wald ist zwar in Sachen Artenvielfalt ein Hoffnungsträger, was mehrere Studien zeigen, denn ist es nach wie vor eine große Herausforderung, die zeitliche Entwicklung der biologischen Vielfalt im Wald umfassend zu dokumentieren und zu verstehen. Daher haben sich die Forstbetriebe des Bundes und der Länder mit der Universität Göttingen und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt auf ein gemeinsames Forschungsprojekt namens „WABI“ verständigt, das von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) in den kommenden drei Jahren mit 1,2 Mio. € gefördert wird.

Vergleiche zwischen verschiedenen Wäldern möglich

Zudem sind die Auswirkungen einer Einstellung der Waldnutzung im Vergleich zu einer naturnahen Bewirtschaftung strittig. Deutschlandweit werden hierfür Vergleichspaare zwischen bewirtschafteten und unbewirtschafteten Wäldern ausgewählt. Damit wird es möglich sein, Entwicklungen in bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Wäldern miteinander zu vergleichen.

„Der Erhalt der Biodiversität gehört zu unseren Zielen, die wir im Rahmen einer multifunktionalen und naturnahen Bewirtschaftung unserer Wälder verfolgen. Wir sehen durchaus Erfolge unserer Bemühungen, wollen die Ursachen aber noch besser verstehen und unsere Bewirtschaftung weiterentwickeln. Auf die Nutzung von Holz kann auch eine zukünftige Gesellschaft, die eher noch stärker auf erneuerbare und nachwachsende Ressourcen setzen wird, nicht verzichten. Auf die Artenvielfalt aber auch nicht. Deshalb ist es entscheidend, die Nutzung der Wälder und den Erhalt der Artenvielfalt in einem Zusammenhang zu sehen.“ so die Betriebsleiter der Länderforstbetriebe in einer gemeinsamen Erklärung zu dem Projektstart.

Der Erhalt der Biodiversität ist essenziell um eine multifunktionale und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder zu verfolgen.
Der Erhalt der Biodiversität ist essenziell um eine multifunktionale und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder zu verfolgen. Foto: NLF

Zum Hintergrund:
Die öffentlichen Forstbetriebe des Bundes und der Länder bewirtschaften insgesamt rund 3,7 Mio. ha öffentlichen Wald, das sind 33% der Gesamtwaldfläche und damit ca. 10% der Gesamtfläche Deutschlands.

Die Forstbetriebe bewirtschaften den Wald vielfach bereits seit den 1990er Jahren nach naturnahen Grundsätzen und auf ökologischer Grundlage. Die Fläche artenreicher Mischwälder nimmt durch die gezielte Pflanzung von Laubbäumen seit Jahrzehnten kontinuierlich zu, ebenso wie die Menge an Totholz und die Zahl an Altbäumen. Zahlreiche Studien belegen die Bedeutung des Waldes zum Schutz der Biodiversität und zeigen häufig, dass es hier um die Biodiversität besser bestellt ist als in anderen Lebensräumen. Es fehlt jedoch an einer systematischen und langfristigen Beobachtung der Artenvielfalt.

Das Projekt „Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität in Wäldern“ (kurz WABI) erhält auf Antrag der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und der Abteilung für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen der Georg-August-Universität Göttingen von der FNR Fördermittel für eine dreijährige Projekt-Laufzeit. Wesentliche Inhalte der Arbeitspakete 1 (Uni Göttingen) und 2 (NWFVA) lassen sich in Kurzfassung wie folgt beschreiben:

  • AP1.1 Synthese: Auswirkungen der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität
  • AP1.2 Expertenworkshops und Ableitung von Indikatoren für das Monitoringsystem
  • AP 2.1 Konzeption eines Monitoringsystems zur Abschätzung der Effekte der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität von Waldlandschaften
  • AP 2.2 Praxistest und Dokumentation des Monitoringverfahrens

 

Quelle: NLF

Auch interessant

von