Holztransport

ÖBf führen kontaktlose Holzmessung ein

von Marc Kubatta-Große

Eine neue Hightech-Vermessungsstation testen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) derzeit auf ihrem neuen Holzlagerplatz in Amstetten (NÖ). Der gesamte Lagerprozess – von der Zufahrt über Verwiegung bis hin zur Verladung – funktioniert vollelektronisch und kontaktlos. Ab Januar startet der Vollbetrieb.

„Dies ist die erste Anlage dieser Art in Österreich“, erklärt ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager. „Diese Form der Holzübernahme ist österreichweit derzeit einzigartig. Sie bietet gerade in diesen schwierigen Zeiten maximale Sicherheit und ist gleichzeitig transparent und hocheffizient.“

Volldigitaler Lagerplatz

Erst im Sommer 2020 wurde gemeinsam mit der Papierholz Austria der neue, volldigitale Lagerplatz in Amstetten in Betrieb genommen. Er entlastet den Holzmarkt und trägt zum Forstschutz bei. Befallenes Käferholz kann rasch aus dem Wald gebracht und in sicherer Entfernung gelagert werden. Zudem ist die neue Holzdrehscheibe ein wichtiger Impuls für die Forstwirtschaft.

Mit der Weiterentwicklung der kontaktlosen Frachtabwicklung gemeinsam mit dem steirischen Unternehmen felix systems als Logistikpartner folgte nun der nächste Schritt. Über 40.000 Fm Holz wurden in den ersten Monaten über das neue System abgewickelt. Das System funktioniert laut ÖBf reibungslos. Ab Januar 2021 startet der Vollbetrieb.“ Aktuell sind über 150.000 Festmeter Holz auf dem neuen Holzlagerplatz in Amstetten eingelagert, was einer Menge von rund 5.000 LKW-Ladungen Holz entspricht.

40 Tonnen in 40 Sekunden

Die Anmeldung am Lagerplatz erfolgt automatisch per Kennzeichenerkennung. Mittels Kamera wird das Kennzeichen automatisch erkannt, die Lieferung einem Auftrag zugeordnet und der LKW zur Verwiegung weitergeleitet. Die Verwiegung erfolgt auf einer mit Sensoren ausgestatteten mobilen Brückenwaage vollautomatisch ohne Ein- und Aussteigen. Weder das Bedienen eines Terminals noch eines Touchscreens sind erforderlich. Das war vor Einführung des Systems noch der Fall. Das exakte Gewicht wird elektronisch ermittelt und die Ladung fotodokumentiert. Nach erfolgreicher Verwiegung gibt die Brücken-Ampel grünes Licht und leitet den LKW zur Verladung weiter. In Summe dauert die Holzübernahme nicht länger als 40 Sekunden. Im Vollbetrieb können 30-40 Lkw pro Stunde über die elektronische Vermessung abgewickelt werden.

Für diesen jüngsten Schritt in der elektronischen Lieferkette war eine Schrankenanlage nötig, ebenso wie die Erweiterung des bestehenden IT-Systems und der Einsatz neuer Software. Insgesamt wurden 600 000 Euro in den neuen Lagerplatz investiert.

Digitale Holz-Drehscheibe

Die neue, digitale Holz-Drehscheibe sei für die ÖBf in kürzester Zeit zu einem unersetzlichen Umschlagplatz geworden, nicht nur wegen der Käfervorsorge, so Freidhager. „Wir haben damit einen kleines Logistik-Forschungslabor in Echtzeit geschaffen. So in etwa könnte die Holzlogistik der Zukunft aussehen! Wenn das „Beispiel Amstetten“ Schule macht, könnte dies zukünftig auch an anderen Orten so umgesetzt werden.“ Erste Gespräche dazu laufen schon.

ÖBf/Red.