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NW-FVA, NWE, Naturwald, biologische Vielfalt

NW-FVA bilanziert Wälder mit natürlicher Entwicklung

Bis 2020 sollen sich gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt 5 % der Waldfläche Deutschlands und 10 % der öffentlichen Wälder natürlich entwickeln. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) bilanziert derzeit, inwieweit diese Ziele erreicht wurden.

Gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) sollen sich bis 2020 5 % der Waldfläche Deutschlands bzw. 10 % der Wälder in öffentlicher Hand natürlich entwickeln. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) führt derzeit die dritte bundesweite Abfrage von Wäldern mit natürlicher Entwicklung (NWE) durch. In dem Forschungsprojekt „NWeos“ wurden hierfür zahlreiche Akteure in ganz Deutschland um die Bereitstellung von Daten zu NWE gebeten.

Stilllegung muss rechtlich gesichert sein

Anerkennungsfähig als NWE sind Wald- oder waldfähige Flächen von mindestens 0,3 ha Größe, auf denen sowohl eine forstliche Nutzung als auch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen dauerhaft unterbleiben, und für die dies rechtsverbindlich gesichert ist. Klassische Beispiele für NWE sind: Kernzonen von Nationalparks und Biosphärenreservaten, Naturwälder (regionalspezifisch als Naturwaldzellen, -reservate oder Bannwälder bezeichnet), sowie nutzungsfreie Waldflächen in Naturschutzgebieten und im Nationalen Naturerbe.

NWE können jedoch auch durch Vertragsnaturschutz, Grundbucheinträge, Kompensationsmaßnahmen oder eine dokumentierte Eigenbindung gesichert werden. Einige Maßnahmen, wie Brand- und Forstschutz sowie Verkehrssicherung, sind bei Gefahr im Verzug auf NWE-Flächen gestattet. Ebenso die Jagd, Forschungsaktivitäten und der öffentliche Zutritt, soweit anderweitige Regelungen dem nicht entgegenstehen.

Flächen ohne rechtsverbindlichen Status zählen nicht

An der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt wurden bereits zwei Forschungsprojekte (NWE5, NWePP) zum Thema Wälder mit natürlicher Entwicklung bearbeitet. So zeigt eine 2019 durchgeführte Bilanz, dass die quantitativen Ziele der NBS in Bezug auf Wälder mit natürlicher Entwicklung bis zum Zieljahr 2020 voraussichtlich nicht erreicht werden (absehbare Lücke von ca. 114.000 ha zum 5%-Ziel).

In Deutschland gibt es Waldflächen, die sich bereits langfristig natürlich entwickeln, ohne jedoch einen rechtsverbindlichen Status als NWE zu besitzen. Nach einer Modellierung der NW-FVA (NWePP) ist dies beispielsweise in schlecht erschlossenen Steillagen und stark wasserbeeinflussten Bereichen der Fall. Hier fallen geringes Nutzungsinteresse und hoher naturschutzfachlicher Wert zusammen.

Weitere Forschung

Neben der Flächenbilanzierung beschäftigt sich das Vorhaben „NWeos“ mit Fragestellungen rund um die praktische Umsetzung von NWE, wie z. B. Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer, sowie Chancen für die systematische Erweiterung der bestehenden Gebietskulisse. Dazu gehört die Frage, inwieweit die NWE-Flächenkulisse durch die langfristig nutzungsfreien, jedoch nicht verbindlich als NWE gesicherten Waldflächen erweitert werden kann.

Mit dem Projekt sollen die wichtigsten praxisrelevanten Fragestellungen in Bezug auf die Ausweisung und Betreuung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung beantwortet sowie Wege für finanzielle Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden. Leitlinie für die Auswahl neuer NWE-Flächen sollte der Abgleich zwischen naturschutzfachlichen (vor allem Repräsentativität) und ökonomischen Belangen sein. Durch das Vorhaben NWeos wird zudem die NWE-Flächenbilanz im Zieljahr 2020 aktualisiert und das NWE-Flächensystem naturschutzfachlich bewertet.

NW-FVA/Red.

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