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NW-FVA, NWE, Naturwald, biologische Vielfalt

NW-FVA bilanziert Wälder mit natürlicher Entwicklung

Bis 2020 sollen sich gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt 5 % der Waldfläche Deutschlands und 10 % der öffentlichen Wälder natürlich entwickeln. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) bilanziert derzeit, inwieweit diese Ziele erreicht wurden.

Gemäß der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sollen sich bis 2020 5 % der Waldfläche Deutschlands bzw. 10 % der Wälder in öffentlicher Hand natürlich entwickeln. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) führt derzeit die dritte bundesweite Abfrage von Wäldern mit natürlicher Entwicklung (NWE) durch. In dem Forschungsprojekt „NWeos“ wurden hierfür zahlreiche Akteure in ganz Deutschland um die Bereitstellung von Daten zu NWE gebeten.

NWE-Flächen melden!

Waldbesitzer/-innen mit nutzungsfreien Waldflächen, deren natürliche Entwicklung auf Dauer gesichert ist, können diese zur Aufnahme in die NWE-Bilanz melden. Auskünfte zu den benötigten Informationen erhalten Sie bei den unten genannten Stellen. Übermittelte Daten werden vertraulich behandelt.

Ansprechpartnerin:
Claudia Steinacker
Claudia.Steinacker@nw-fva.de
0551-69401-461
Projekt-Homepage: www.nw-fva.de Projekte>Waldnaturschutz>Laufende Projekte>NWeos

Mindestanforderungen an „Wälder mit natürlicher Entwicklung“

Anerkennungsfähig als NWE sind Wald- oder waldfähige Flächen von mindestens 0,3 ha Größe, auf denen sowohl eine forstliche Nutzung als auch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen dauerhaft unterbleiben, und für die dies rechtsverbindlich gesichert ist. Klassische Beispiele für NWE sind: Kernzonen von Nationalparks und Biosphärenreservaten, Naturwälder (regionalspezifisch als Naturwaldzellen, -reservate oder Bannwälder bezeichnet), sowie nutzungsfreie Waldflächen in Naturschutzgebieten und im Nationalen Naturerbe.

NWE kann jedoch auch durch Vertragsnaturschutz, Grundbucheinträge, Kompensationsmaßnahmen oder eine dokumentierte Eigenbindung gesichert werden. Einige Maßnahmen, wie Brand- und Forstschutz sowie Verkehrssicherung, sind bei Gefahr im Verzug auf NWE-Flächen gestattet. Ebenso die Jagd, Forschungsaktivitäten und der öffentliche Zutritt, soweit anderweitige Regelungen dem nicht entgegenstehen.

Weitere Forschungsziele des Projekts

Neben der Flächenbilanzierung beschäftigt sich das Vorhaben NWeos mit Fragestellungen rund um die praktische Umsetzung von NWE, wie z. B. Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer, sowie Chancen für die systematische Ergänzung der bestehenden Flächenkulisse. Für die Erweiterung der NWE-Gebietskulisse über die gesicherten Flächen hinaus sind v. a. jene Waldflächen interessant, die sich bereits langfristig natürlich entwickeln, ohne jedoch einen rechtsverbindlichen Status als NWE zu besitzen. Einer Modellierung der NW-FVA zufolge liegen diese sogenannten NWE-Potenzialflächen u. a. in schlecht erschlossenen Wäldern auf extremen Standorten, wie Steilhängen und nicht begehbaren Nassstandorten, oder in isolierter Streulage. Es ist davon auszugehen, dass auf derartigen Waldflächen eine Synergie zwischen geringem wirtschaftlichen Interesse und hohem naturschutzfachlichen Wert vorliegt. Bei der Erweiterung der NWE-Gebietskulisse sollten beide Faktoren in die Auswahlentscheidung einbezogen werden.

Das Projekt wird, wie bereits seine Vorgänger NWE5 und NWePP, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Quelle: NW-FVA/Red.

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