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Nur mit einer effizienten Jagd hat der Wald in Zeiten der Klimakrise eine Chance

Angesichts der anstehenden Novelle des Bundesjagdgesetzes appellieren Waldbesitzer und BUND Naturschutz gemeinsam an die Politik in Bayern und Berlin. So müssen Hege und Bejagung die Verjüngung aller standortheimischen und standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen. Außerdem soll es ein grundsätzliches Fütterungsverbot, die Flexibilisierung der Abschusspläne besonders beim Rehwild und ein Verbot von Bleimunition geben.

Zur anstehenden Novelle des Bundesjagdgesetzes betonten am 31. August die Waldbesitzervereinigungen Holzkirchen und Wolfratshausen, die BN-Kreisgruppe Miesbach und der BUND Naturschutz Bayern, dass der Wald mehr Unterstützung durch eine an den Belangen des Waldes orientierte Jagd braucht.

„Klares Ziel muss es sein, dass alle standortsheimischen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können“, waren sich Michael Lechner und Johann Killer, die ersten Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigungen Holzkirchen und Wolfratshausen, einig. Positive Waldbilder wie in der Jagdgenossenschaft Hartpenning dürften nicht die hart erkämpfte Ausnahme bleiben, sondern müssten gesetzliches Leitbild sein. „Der Wald verträgt als Wild-Lebensraum nur eine begrenzte Menge an Rehen“, so Johann Killer. „Vielerorts gibt es aber noch zu viel Rehe, die die jungen Bäume verbeißen und deshalb im Bestand reduziert werden müssen“. Die Vertreter der Waldbesitzervereinigungen Holzkirchen und Wolfratshausen appellieren deshalb gemeinsam mit dem BUND Naturschutz an die Abgeordneten im Bundestag, aber auch im Bayerischen Landtag, sich im Zusammenhang mit der Novellierung des Bundesjagdgesetzes für moderne, zeitgemäße Regelungen einzusetzen, die der Schlüsselfunktion der Jagd für den notwendigen Waldumbau in Richtung zukunftsfähiger Mischwälder Rechnung tragen.

In vielen Waldgebieten Deutschlands, Bayerns und Frankens gelinge es seit vielen Jahren nicht, dass eine naturnahe Waldverjüngung aufwachsen kann, weil überhöhte Wildbestände an Rehen, örtlich auch Hirsche und im Gebirge die Gamsen dies verhindern. In Bayern werden nach den amtlichen Forstlichen Gutachten auf fast 50 Prozent der Waldfläche gerade die in der Klimakrise wichtigen Baumarten wie z.B. Eiche und Weißtanne von den genannten Schalenwildarten regelmäßig abgefressen und somit am Aufwachsen gehindert. Deutschlandweite Bewertungen gehen von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag des gesamten Wildschadens für die Forstwirtschaft aus – pro Jahr. Dadurch wird Waldeigentum massiv geschädigt. Gerade die Baumarten, die an Trockenheit und Hitze besser angepasst sind, wie die Eiche in den tieferen Lagen Frankens oder die Weißtanne im Gebirge und Mittelgebirgen, fallen bei zu hohem Verbiss oft völlig aus. Deshalb braucht es in einer Situation, in der viele Wälder um ihr Überleben kämpfen, Verbesserungen im Jagdrecht auf Bundesebene.

Wald braucht in der Krise mehr Unterstützung durch die Jagd

Für die anstehende Novelle des Bundesjagdgesetzes fordern die Waldbesitzervereinigungen Holzkirchen und Wolfratshausen gemeinsam mit dem BUND Naturschutz drei zentrale Grundsätze neu zu verankern bzw. zu verstärken. In dem Waldverjüngungsziel ist zu verankern, dass die Hege und Bejagung die Verjüngung aller standortheimischen und standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen muss. Damit wird die gute Regelung aus dem Bayerischen Jagdgesetz aufgegriffen und an die Herausforderungen der Klimakrise angepasst. Als entscheidende Grundlage für die Abschussfestlegung für Schalenwild müssen für alle Jagdreviere Revierweise Forstliche Aussagen eingeführt werden, die durch hegegemeinschaftsweise Forstliche Gutachten ergänzt werden. An einer behördlichen Abschussplanung für Rehe soll wie bisher festgehalten werden, weil die Regulierung dieses Schalenwildes im Interesse des Gemeinwohls (Schutz der Artenvielfalt, Erhaltung der Wälder und ihrer Schutzfunktionen) und der Waldbesitzer liegt. Behördlich festgelegte Mindestabschusspläne wären eine gute Möglichkeit. Gerade die kleinen Waldbesitzer in den Jagdgenossenschaften brauchen die fachliche Unterstützung durch die Forst- und Jagdbehörden bei der Abschussplanung auf Basis der forstlichen Gutachten. Mit den angekündigten Hilfsmitteln in Höhe von 800 Mio. € auf Bundesebene werden in erheblichem Umfang Steuermittel für die finanzielle Förderung von Pflanzmaßnahmen und Wildschutzmaßnahmen eingesetzt. Daraus ergibt sich eine zwingende Notwendigkeit für eine behördliche Abschussplanung für Schalenwild, das den privaten Interessen der Waldbesitzer und Jäger Rechnung trägt, aber auch das öffentliche Interesse entsprechend berücksichtigt.

Daneben sollen weitere wichtige Themen im Bundesjagdgesetz festgeschrieben werden, wie die Verkürzung der Pachtzeiten, die zeitweise Duldung überjagender Hunde bei Bewegungsjagden, die Synchronisierung der Jagdzeiten auf alles Schalenwild – auch entsprechend aktueller klimatischer Entwicklungen, ein grundsätzliches Fütterungsverbot, die Flexibilisierung der Abschusspläne besonders beim Rehwild oder das Verbot von Bleimunition.

Infos: BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN)

BUND Naturschutz Bayern

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