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Nur mal so… zum Insektenschutz

Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist gesellschaftlich ein wichtiges Thema – nicht zuletzt die große Resonanz auf das Volksbegehren in Bayern hat das verdeutlicht. Den Insektenschutz zu stärken, das ist auch ein zentrales Anliegen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Und deshalb sollte die Debatte auch nicht mit verengtem Blick geführt werden, Natur- und Umweltschutz dürfen nicht nur einseitig der Landwirtschaft aufgeladen werden. Es geht auch um die Siedlungsentwicklung, um Lichtverschmutzung in den Städten, die Versiegelung von Flächen, zugepflasterten Gärten vor den Haustüren sowie den Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur. Diese Faktoren müssen wir, neben der Landwirtschaft, in den Blick nehmen. Jeder kann einen Beitrag leisten – Naturschutz, Städte, Kommunen, Wirtschaft, Bürger.

Land- und Forstwirtschaft sind auf die biologische Vielfalt angewiesen

Die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln sicherzustellen und ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu erhalten. Durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt werden Ökosystemleistungen (z. B. Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit) und Produktionsmöglichkeiten in einer sich wandelnden Umwelt gesichert. Zudem ist das Vorkommen vieler Arten der Agrarlandschaft untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden. Eine zu starke Verringerung oder gar Aufgabe der landwirtschaftlichen Tätigkeit würde deren Existenz ebenfalls bedrohen.

Im BMEL wurden vor diesem Hintergrund bereits eine Vielzahl von Maßnahmen eingeleitet bzw. sind in der Vorbereitung. Dazu gehören:

  • Auf europäischer Ebene hat die Bundesministerin 2018 für ein Verbot der bienenschädlichen Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam gestimmt. Sie dürfen seit dem 19. Dezember 2018 EU-weit für die Anwendung im Freiland nicht mehr verkauft und angewendet werden. Zudem hat die Ministerin deutlich gemacht, dass es keine Notfallzulassungen dieser Wirkstoffe bei den Saatgutbeizungen für Zuckerrüben geben wird.
  • In der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik gibt es starke Elemente zugunsten der biologischen Vielfalt (Greening/Agrarumweltprogramme), die bei der kommenden Reform noch intensiviert werden. Dazu gehört die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen oder Heckenpflanzungen.
  • Gezielte Förderung des ökologischen Landbaus. Bis zum Jahr 2030 soll das Ziel von 20 % Ökolandbau in Deutschland erreicht werden. Seit 2017 ist über die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) die Förderung investiver Naturschutzmaßnahmen, seit 2018 auch des Vertragsnaturschutzes möglich.
  • Die Forschung an bienenfreundlichen Pflanzenschutzmitteln wird verstärkt.
  • Es ist vereinbart, ein Aktionsprogramm Insektenschutz aufzulegen. Damit will die Bundesregierung die Lebensbedingungen für Insekten verbessern. Ein Eckpunktepapier wurde im Juni 2018 im Kabinett abgestimmt, ein erster Entwurf des Aktionsprogramms mit konkreten Maßnahmen befindet sich in der Ressortabstimmung.

Mehr Informationen zu diesen und weiteren Maßnahmen finden sich auf der Internetseite des BMEL

Red./BMEL

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