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Gemeinsame Pflanzung von Esskastanien in der Nähe von Ahaus: Josef Demes-Oeing, Vorsitzender der FBG Ahlen-Stadtlohn-Vreden, Elsa Schulze Schwering, Jan Gerd Schulze Schwering, Waldbesitzer, Carla Schulze Schwering, Heinz Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, Werner Haselhoff, Forstunternehmer, Christina Frost, leitet als Försterin den Forstbetriebsbezirk Stadtlohn.

Wald auf den Klimawandel vorbereiten

Die Esskastanie ist eine südländische Baumart, die bald zum Bild der Wälder in Nordrhein-Westfalen dazugehören könnte. Denn auch in NRW wird der Klimawandel ausgeprägte Trockenperioden und wärmere Temperaturen mit sich bringen. Bedingungen, an die die südländische Baumart genetisch angepasst ist. „Der Klimawandel zwingt unseren Wäldern eine ausgeprägte Dynamik auf. Gesetzmäßigkeiten, die für Jahrhunderte galten, wandeln sich mit dem Klima. Gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern haben unsere Forstleute schon vor Jahren begonnen, unsere Wälder auf den Wandel vorzubereiten.“, erklärt Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW.

Dabei kommt es vor allem auf die Mischung an. Verschiedene, auch neue Baumarten, die bisher in NRW noch keine Rolle spielen, sollen in einem Wald stehen. Junge neben alten Bäumen, große neben kleinen. „So streuen wir das Risiko, dass im Klimawandel ganz Waldflächen absterben. Denn, dass der Klimawandel uns treffen wird, steht fest, nur eben nicht, wie heftig.“, so Wiebe. Wie hart Klima und Wetter die Wälder treffen können, hat gerade wieder der Orkan Friederike gezeigt. Nicht zuletzt deshalb haben Forstleute und Waldbesitzer gemeinsam am 21. März Esskastanien in einen Wald in der Nähe von Ahaus gepflanzt.

100 Jahre im Blick

Für Waldbesitzende und Forstleute gehört es zum Arbeitsalltag, die nächsten 100 Jahre im Blick zu haben.

So auch für Jan Gerd Schulze Schwering. Der dreifache Familienvater ist Waldbesitzer in Ahaus-Wüllen.“Meine Familie bewirtschaftet unseren Wald seit 1250. Genau wie meine Vorfahren, sehe ich mich als Verwalter und möchte meinen Kindern einen Wald hinterlassen, der auch im Klimawandel wächst und besteht. Dabei verlasse ich mich auf den Rat meiner zuständigen Försterin vor Ort, Christina Frost.“, so Jan-Schulze Schwering.

Gemeinsam mit Schulze Schwering hat sie sich Gedanken über die nächste Waldgeneration gemacht. Die Entscheidung von Schulze Schwering fiel auf die Esskastanie. „Die Esskastanie kann Trockenheit gut vertragen, ist sehr sturmfest, bildet dauerhaftes Holz aus und wird sich durch die wärmeren Temperaturen zukünftig auch natürlich fortpflanzen können. Und dabei fügt sie sich gut in die Reihe unserer heimischen Baumarten ein, ohne diese zu verdrängen.“, erläuterte Frost.

Bei der Bewirtschaftung der Wälder setzen viele private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer auf gemeinschaftliche Arbeiten. Josef Demes-Oeing ist Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ahaus-Stadtlohn-Vreden, in der auch Jan Gerd Schulze Schwering Mitglied ist. „Unsere Mitglieder sind vor allem Besitzerinnen und Besitzer von kleinen Waldflächen. Die geringe Größe macht eine Bewirtschaftung alleine schwierig. Gemeinsam können wir nicht nur Holzernte oder Holzverkauf wirtschaftlich angehen, sondern auch besser Pflanzen bei Baumschulen bestellen. So erhalten wir für alle Menschen im Münsterland unsere reizvolle Parklandschaft. “, betont Demes-Oeing.

Wald und Holz NRW

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