Forstpolitik

NRW forciert Wiederbewaldung mit 45 Mio. Euro

Bearbeitet von Carolin Föste

In Nordrhein-Westfalen haben Stürme, Dürren und der Käferbefall zu 115.000 ha Schadfläche geführt. Das entspricht einem Schadholzumfang von 43 Mio. m3 seit 2018. 45 Mio. Euro sollen dem in diesem Jahr entgegenwirken. Was sind die Herausforderungen?

Die Wiederbewaldung sei eine große Hürde, die Wald und Holz NRW und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen nun angehen wollen. Auf kargen Flächen, so das Ministerium, wolle man vitale Wälder aufbauen. Die Waldzukunft stehe „im Zeichen der Wiederbewaldung“.

Unterschiedliche Startbedingungen für den Wald

Dazu sagte die Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: „Nach einem regenreichen Winterhalbjahr und dem sonnigen und trockenen März stellt sich die Lage im Wald zunehmend differenziert dar. An vielen Standorten hat sich die Lage verbessert, ist Schadholz aufgearbeitet oder nimmt die Geschwindigkeit zusätzlicher Schädigungen ab. Andererseits ist insbesondere in den Hochlagen von Eifel, Sauer- und Siegerland die Situation weiterhin angespannt. Unser Ziel ist es, jetzt die Wiederbewaldung zu forcieren, um die kargen Flächen schnellstmöglich wieder zu vitalen Wäldern aufzubauen.“

Die Herausforderung sei es, die jungen Bäume gesund zu halten, auch wenn der Regen ausbleibt. Frisch gepflanzte Forstbäume, die bisher nur in oberen Bodenschichten wurzeln, seien dabei die Sorge der Forstleute.

Hoffnung für private Forstbetriebe

Aktuell günstige Verkaufs- und Absatzmöglichkeiten helfen den Forstbetrieben, noch liegendes Käferholz abtransportieren zu können und somit den Wald vor weiteren Schäden zu schützen. „Wichtig ist, die Aufarbeitung mit hohem Tempo fortzusetzen und befallene Bäume schnellstmöglich aus dem Wald zu schaffen“, so Heinen-Esser.

Die Erlöse vereinfachen darüber hinaus die Wiederbewaldung. „Bei der Wiederbewaldung der Schadflächen ist Vielfalt von zentraler Bedeutung. Vielfalt stärkt unsere Wälder. Verschiedene Baumarten, mehrstufiger Aufbau, mehrere Baumgenerationen auf einer Fläche – das sind die Wälder der Zukunft.“

Fördermittel für die Wiederbewaldung

Mit 45 Mio. Euro aus forstlichen Förderprogrammen und einer breiten fachlichen Unterstützung möchte NRW den Schäden im Wald in diesem Jahr entgegenwirken und aufforsten. 2021 wurden 66,6 Mio. Euro Fördersumme in NRW zur Verfügung gestellt. 17.000 Waldbesitzende konnten davon profitieren und das Geld für die Wiederbewaldung nutzen, so das Land.

„Mein Ziel ist es, die Begründung von klimastabil und naturnah wiederbegründetem Wald auf den großen Flächen mit transparenten Pauschalen zu fördern“, sagt Heinen-Esser. Dazu soll auch die Förderrichtlinie Extremwetter novelliert werden.

Quelle: umwelt.nrw