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NP Bayerischer Wald: Luchs vergiftet

NP Bayerischer Wald: Luchs vergiftet

Die am Dienstag, dem 13. März 2012 in einem Waldstück in der Nähe des Nationalpark tot aufgefundene besenderte Luchsin Tessa ist offenbar vergiftet worden. Das ergaben die inzwischen beendeten pathologischen Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Bei histologischen Untersuchungen wurde der Tod von Zellen an den Leberläppchen festgestellt. Dieser Befund ist typisch für Gifteinwirkung. Die drei Jahre alte Luchsin ist demnach an Atemstillstand verendet, verursacht durch die Aufnahme vergifteten Wildprets eines ca. 300 Meter entfernt gelegenen Rehkadavers. Die Auffindesituation und die Analyse der Telemetriedaten unterstützen diese Annahme. Der Rehkadaver wurde zur Untersuchung an das Zentrum Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin in Göttingen geschickt. Der vorliegende Untersuchungsbericht bestätigt den Verdacht eines möglichen Zusammenhangs mit dem Tod der Luchsin. Ein im Hals- und Hinterleibbereich des Rehkadavers vorgefundenes Granulat befand sich auch im Magen der Luchsin und konnte eindeutig als Insektenvernichtungsmittel Carbofuran identifiziert werden. Dieses wirkt als Nervengift und ist bereits in geringen Dosen tödlich. In Deutschland ist seine Anwendung seit 2007 verboten.
Festgestellt wurde auch, dass zum Einstreuen des Giftgranulats nach dem Tod des Rehbocks in dessen Kehlbereich Längsschnitte mit einem Messer vorgenommen wurden.
Luchse sind artenschutzrechtlich streng geschützt. Sie unterliegen zugleich dem Jagdrecht. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald hat deshalb bei der Staatsanwaltschaft Deggendorf Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.
NP Bayerischer Wald

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