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Uhu. Foto: Jarek1066

Nordrhein-Westfalen: Verschollene Arten kommen zurück in die Wälder

Insgesamt sind etwa 45 % der untersuchten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten in Nordrhein-Westfalen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder ausgestorben. Doch aus den Wäldern gibt es auch gute Nachrichten.

Über 43.000 verschiedene Tier-, Pilz-und Pflanzenarten leben in Nordrhein-Westfalen, aber viele sind sehr selten oder sogar vom Aussterben bedroht. Der Artenverlust in der offenen Landschaft ist dramatisch. Insgesamt sind etwa 45 % der untersuchten Arten in Nordrhein-Westfalen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.
Aus unseren Wäldern gibt es aber auch gute Nachrichten. Der Uhu, Europas größte Eule ist zurück und hat nahezu alle potenziellen Lebensräume wieder besiedelt. Auch der sehr scheue Schwarzstorch brütet wieder in zunehmender Anzahl in unseren Wäldern. Auch Biber und Fischotter sind zurückgekehrt und sehr seltene Vögel wie der Mittelspecht, sind wieder häufiger in unseren Wäldern anzutreffen.
Verdienst der nachhaltigen Arbeit der Försterinnen und Förster
Der relativ kleine und nicht ganz so kräftige Mittelspecht braucht vor allem die morschen, etwas weicheren Äste alter Eichen um seine Bruthöhlen darin zu zimmern. Dass der ökologisch besonders wertvolle Totholzanteil in unseren Wäldern steigt, hat gerade auch die aktuelle Bundeswaldinventur bestätigt. Der Mittelspecht ist ein lebendiger Beweis, dass das theoretische Zahlenwerk die Realität in unseren Wäldern abbildet. Ein Verdienst der nachhaltigen und umsichtigen Arbeit der Försterinnen und Förster in Nordrhein-Westfalen.
Die Forstleute kümmern sich auch um die Natur im Nationalpark Eifel. Auch von dort gibt es aktuell einen erfreulichen Rückkehrer zu melden. Der Wendehals ist wieder da. Der unscheinbare Vogel ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig. Er gehört zu den Spechten, baut aber keine eigene Bruthöhle, sondern übernimmt bereits vorhandene Baumhöhlen. Und anders als seine Verwandtschaft, gehört er zu den Zugvögeln, die in der Sahelzone in Afrika überwintern. Bereits Mitte der 1950er Jahre begann die dramatische Bestandsabnahme dieser Art. Der Wendehals wird derzeit auf der Roten Liste Nordrhein Westfalens in der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt. Als Brutvogel kommt der Wendehals heute fast nur noch in großflächigen Heidelandschaften und halboffenen Landschaften mit lichten Baumbeständen vor. Im Nationalpark Eifel findet er diese Verhältnisse auf der Dreiborner Hochfläche, die zum ehemaligen Truppenübungsplatz gehört. Hier findet er alte Höhlenbäume und noch genügend Ameisen, die wichtigste Nahrung für die Jungenaufzucht.
Die Naturschutzerfolge im Wald sind ein Ansporn für unsere Forstleute, sich weiter für die nachhaltige Pflege unserer Lebensgrundlagen einzusetzen.
Wald und Holz NRW
Wendehals. Foto: kaeptn_chemnitz Uhu. Foto: Jarek1066 Fotolia

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