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Nordrhein-Westfalen teilt aktuelle Wolfszahlen mit

Der Wolf (Canis lupus) ist wieder in Deutschland heimisch. 2009 wurde der erste Wolf in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, auf ihn folgten weitere. Es gilt ein Miteinander so konfliktfrei wie möglich zu gestalten. Dabei sollen Managementpläne helfen. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt nun aktuelle Zahlen mit.

Im Jahr 2009 wurde der erste Wolf in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, 2018 gab es die erste dauerhafte Ansiedlung einer Wölfin, die aus Niedersachsen zuwanderte. Umweltministerin Heinen-Esser: „In der ersten Hälfte des laufenden Jahres 2020 wurden 18-mal Wölfe nachgewiesen, darunter mehrfach ein und dasselbe Tier. Die Rückkehr der Wölfe nach Nordrhein-Westfalen vollzieht sich nach wie vor recht langsam.“ Bis Ende Mai 2020 hat es 18 Nachweise von Wölfen in Nordrhein-Westfalen gegeben, darunter Mehrfachnachweise ein und desselben Wolfs und mindestens vier verschiedenen Wölfen. Verglichen mit der langen Zeit von rund 10 Jahren, über die hinweg Wölfe schon nach Nordrhein-Westfalen einwandern, ist das verglichen mit anderen Bundesländern wenig.

Wenig Nachweise, keine Übergriffe

Unter den diesjährigen Nachweisen befand sich auch ein Videonachweis, der belegt, dass im Wolfsgebiet Schermbeck am Unteren Niederrhein seit diesem Frühjahr zwei Wölfe gemeinsam jagen. Umweltministerin Heinen-Esser: „Wir hatten längst erwartet, dass es früher oder später auch hier in Nordrhein-Westfalen zur Paarbildung kommt, überrascht waren wir allerdings, als die Analyse der Genprobe offenbarte, dass es sich bei den beiden Wölfen offenbar um Geschwister handelt.“ Zurzeit ist noch nicht klar, ob das männliche Tier dauerhaft bleibt. Ebenfalls noch offen ist der Verbleib der beiden anderen in diesem Jahr identifizierten Wölfe. Dabei handelt es sich um den Wolf GW1559m aus der Alpenpopulation (Nachweis am Rand des Wolfsverdachtsgebiets Oberbergisches Land, Februar 2020) und den Wolf GW1558m aus einem Herkunftsrudel in den Niederlanden (Nachweis im Kreis Minden-Lübbecke, Februar 2020).

Aus den Wolfsgebieten „Senne“ und „Eifel/Hohes Venn“ sowie aus der Pufferzone „Stegskopf / Daaden“ liegen für 2020 bis jetzt keine Nachweise vor. Übergriffe auf Rinder oder Pferde sowie Nachweise von ortstreuen Wölfen an oder auf Deichen gibt es bisher nicht.

Bis zu 100 % Förderung und Entschädigungszahlen möglich

Nach wie vor ist damit zu rechnen, dass einzelne, durchwandernde Wölfe in ganz Nordrhein-Westfalen auftreten können. Diese Wölfe sind nicht immer individuell erkennbar. Daher werden in Nordrhein-Westfalen auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierrisse, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, zu 100 % entschädigt. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden auch Präventionsmaßnahmen wie z.B. die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 % gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) führt das Wolfsmonitoring (Dauerbeobachtung) für Nordrhein-Westfalen nach den Empfehlungen des Bundes durch.

 

Die Ergebnisse des Monitorings finden Sie hier .

Lesen Sie hierzu auch einen eigenen Beitrag „Mit dem Wolf leben – aber wie?“ und den dazu gehörigen Positionspapier. 

Quelle: LANUV NRW

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