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Nordrhein-Westfalen: Sumpfspitzmaus im Nationalpark Eifel entdeckt

Nordrhein-Westfalen: Sumpfspitzmaus im Nationalpark Eifel entdeckt

Nationalparkforstamt Eifel und Museum Koenig aus Bonn starteten umfassende Untersuchungen zur Sumpfspitzmaus (Neomys anomalus).

Die Sumpfspitzmaus (Neomys anomalus) ist im Westen Europas kaum zuhause. Auf der Suche nach tierischen Verkehrsopfern im Nationalpark Eifel stieß eine Praktikantin im vergangenen Jahr auf dem Urftseerandweg im Nationalpark auf eine Spitzmaus. Diese ließ sich zunächst nicht genau bestimmen. Im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn wurde das Tier schließlich als Sumpfspitzmaus identifiziert – eine Rarität in Nordrhein-Westfalen.
  
Nun wollen es die Forscher des Nationalparkforstamts Eifel, Wald und Holz NRW, in Kooperation mit dem Museum genauer wissen: Sie starteten in diesem Sommer detaillierte Untersuchungen in dem Großschutzgebiet.
„Wir hoffen, durch die Untersuchungen mehr Informationen zu Verbreitung, Verhalten und Ökologie der hier seltenen Sumpfspitzmaus zu erfahren“, so Zoologe Sönke Twietmeyer vom Nationalparkforstamt Eifel. Kleinsäugerexpertin Janine Schmidt vom Forschungsmuseum Alexander Koenig untersuchte in den vergangenen Wochen im Auftrag des Nationalparkforstamts, die für Sumpfspitzmäuse attraktiven Lebensräume im Nationalpark. Dazu gehören vor allem die Ufer naturnaher Gewässer mit Hochstaudenfluren wie an der Urft. Die im Rahmen dieser Studie gewonnen genetischen Daten (www.bolgermany.de ) fließen zudem in die internationale Datenbank GBOL (German Barcode of Life)mit ein. Die Untersuchungen konnten mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins Nationalpark Eifel realisiert werden.
Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW: „Die Entdeckung der Sumpfspitzmaus im Nationalpark wird in der Öffentlichkeit sicher nicht so hohe Wellen schlagen wie die großen, auf den ersten Blick attraktiveren Arten wie Wildkatze oder Schwarzstorch. Für uns ist sie aber genauso wichtig, denn die Sumpfspitzmaus ist ein weiterer Beleg, dass wir mit unseren Naturschutzbemühungen im Wald und unseren waldnahen Biotopen auf einem guten und erfolgreichen Weg sind.“
Janine Schmidt ist Maus-Expertin und hat im Nationalpark Eifel bereits 2014 fünf für den Nationalpark repräsentative Lebensräume auf kleine Säugetiere hin unter die Lupe genommen und dabei eine eigene standardisierte Untersuchungsmethodik mit unterschiedlichen Lebendfallen entwickelt.
Die Hauptverbreitung der Sumpfspitzmaus liegt im Mittelmeergebiet. In Nordrhein Westfalen kommt sie nur als Relikt am Nordrand der Eifel und des Westerwaldes vor. Sie wurde letztmalig 1978 bei Freilingen im Kreis Euskirchen festgestellt. Die Sumpfspitzmaus ist die kleine Schwester der häufigeren Wasserspitzmaus. Sie lebt an naturnahen Gewässern und in den angrenzenden Sumpfwiesen oder Bruchwäldern in dichter Vegetation. Sie zählt mit der Wasserspitzmaus zu den wenigen giftigen Säugetieren weltweit. Unter der Zunge gelegene Drüsen produzieren ein Gift, das kleine Wirbeltiere innerhalb weniger Minuten tötet.
Wald und Holz NRW, Nationalparkforstamt Eifel

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