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Lechtenberger Busch im Projektgebiet Fit für den Klimawandel. Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland

Nordrhein-Westfalen setzt auf Projekt „Fit für den Klimawandel“

Stürme wie Kyrill im Jahr 2007 haben gezeigt, dass viele Wälder in Nordrhein-Westfalen nicht optimal an den Klimawandel angepasst sind. Mit Hilfe des Projekts „Fit für den Klimawandel“ soll nun im Münsterland erforscht werden, wie die Folgen des Klimawandels für heimische Waldlebensräume reduziert werden können.
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks hat am 10. März bei Münster mit dem Projekt „Fit für den Klimawandel“ eines der ersten großen Projekte aus dem neuen Waldklimafonds eröffnet.
„Wälder sind wichtige Klimaschützer, weil sie CO2 binden und speichern. Zugleich sind sie von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Wir wollen herausfinden, wie unsere Wälder auch lange Trockenperioden überstehen können, damit sie langfristig gesund bleiben. Das Projekt des NABU Münsterland ist dabei eine große Hilfe. Denn was wir hier lernen, können wir später auch auf andere Wälder in Deutschland übertragen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.
Sie informierte sich gemeinsam mit Horst Becker, dem parlamentarischen Staatssekretär des NRW-Umweltministeriums, über das Projekt.
„Die Wälder werden durch die neuen klimatischen Bedingungen erheblich unter Stress gesetzt“, sagte Staatssekretär Becker. Viele Wälder in NRW hätten unter einem immer wärmeren und trockeneren Klima während der Hauptwachstumsphase zu leiden. „Unsere jährliche Erhebung zum Waldzustand zeigt, dass wir heute, auch in Folge des jetzt schon zu beobachtenden Klimawandels, fast dreimal so viele Schäden an unseren Bäumen haben wie vor 30 Jahren. Deswegen ist es so wichtig, Anpassungsstrategien für den Wald zu entwickeln.“
Projekt „Fit für den Klimawandel“
Umgesetzt wird das Projekt von der NABU-Naturschutzstation Münsterland gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Entwickelt werden sollen Maßnahmen für eine nachhaltige, naturnahe Anpassung feuchter Wälder an Klimaveränderungen.
Der größte Teil der insgesamt 3,3 Mio. € Projektförderung wird vom Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium aus dem Waldklimafonds bereitgestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit 10 % an den Kosten, der NABU Deutschland übernimmt einen Eigenanteil von 1 %.
Das Projekt „Fit für den Klimawandel – Maßnahmen für eine nachhaltige, naturnahe Anpassung feuchter Wälder im Münsterland an Klimaveränderungen“ wird durchgeführt in einem rund 20 km langen Band aus überwiegend feuchten Wäldern mit hohem Eichenbestand südlich von Münster. Die wichtigsten Teilflächen sind die Davert und der Wolbecker Tiergarten, die bereits als europäische Natura 2000-Gebiete und Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Aber auch angrenzende Waldflächen wie die Hohe Ward sollen auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden.
Das Problem derzeit: In den letzten Jahrhunderten wurden die oft sumpfigen Wälder entwässert und trocken gelegt, um den Wald einfacher bewirtschaften zu können. Diese Entwicklung wird nun zurückgedreht. Damit soll der sommerliche Wasserverlust minimiert und die Eichenwälder stabilisiert werden.
Beratung der Waldbesitzer  
„Im Rahmen des Projektes bieten wir privaten Waldbesitzern an, ihre Bestände auf den Klimawandel vorzubereiten, und das auf freiwilliger Basis“, unterstreicht Dr. Britta Linnemann, Geschäftsführerin der NABU-Naturschutzstation Münsterland. In Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW soll eine Beratung der Waldbesitzer stattfinden. Angemessene Entschädigungsleistungen, z.B. bei der dauerhaften Sicherung von Altholz, stehen zur Verfügung.
Die Modellhaftigkeit des Projektes erlaube es, die gewonnenen Erkenntnisse auf vergleichbare Standorte zu übertragen, so Linnemann.
Brückenbauer zwischen den gesellschaftlichen Ansprüchen 
 
„Wald und Holz NRW beteiligt sich an diesem Projekt als Brückenbauer zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Ansprüchen, die heute an den Wald gestellt werden“, sagte Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. „Naturschutz, Holzproduktion, Erholungsraum und Klimaretter – die multifunktionale Forstwirtschaft ist unsere Lösung für die gemeinsame Mission Wald. Einen Teil der Wälder für den Artenschutz ganz aus der wirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen, ist dabei kein Widerspruch.“
 

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Zum Landesbetrieb Wald und Holz NRW

 
BMUB/Landesregierung NRW
Lechtenberger Busch im Projektgebiet Fit für den Klimawandel. Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland Erlenbruch im Naturschutzgebiet Davert. Die Flächen sind Teil des Projektes Fit für den Klimawandel. Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland/T. Israel

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