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Nordrhein-Westfalen : Minister Remmel zum Tag der biologischen Vielfalt

Nordrhein-Westfalen : Minister Remmel zum Tag der biologischen Vielfalt

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel hat ein stärkeres Vorgehen gegen das weiter fortschreitenden Artensterben in NRW angekündigt.
„Der Artenverlust ist neben dem Klimawandel die größte Bedrohung für uns und die Art und Weise, wie wir leben werden“, sagte Umweltminister Johannes Remmel anlässlich des internationalen Tages der Artenvielfalt am 22. Mai.
Nach Angaben der Landesregierung liegt die Zahl der bereits ausgestorbenen oder verschollenen Tier- und Pflanzenarten in NRW mit mehr als 9 % so hoch wie nie. Minister Remmel: „Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen. Auch wenn in NRW durch erfolgreiche Artenschutz- und Naturschutzprojekte die Geschwindigkeit deutlich verlangsamt wurde, schreitet auch bei uns das Artensterben voran. Diesen Verlust an biologischer Vielfalt dürfen wir nicht länger zulassen.“
Neuausrichtung der Naturschutzpolitik in NRW
Besorgniserregend sei die Bedrohung für die Artenvielfalt auch in den Gewässern in NRW: So sind von 51 heimischen Fischarten 16 akut gefährdet oder bereits ausgestorben. Minister Remmel: „Artenvielfalt braucht intakte Lebensräume. Hier setzen wir mit der Neuausrichtung der Naturschutzpolitik in NRW an.“ So soll in Kürze der Entwurf des neuen Landes-Naturschutzgesetzes als dritter Baustein der neuen NRW-Naturschutzpolitik vorgelegt werden. Bereits im Januar wurde mit der Biodiversitätsstrategie NRW die Grundlage für die künftige Ausrichtung des Naturschutzes in NRW gelegt und mit dem jüngst vom Landtag verabschiedeten Ökologischen Jagdgesetz wird der Waldschutz („Wald vor Wild“) gestärkt.
Feldflur, Flüsse und Seen in Fokus
Insgesamt sind nach der aktuellen „Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW“ etwa 45 % der beobachteten Tier- und Pflanzenarten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Besorgniserregend sei vor allem, so der Minister, dass die Gefährdung typischer Arten der Feldflur und bisher ungefährdeter Allerweltsarten deutlich zunimmt.
Besorgniserregend ist auch die Situation der Arten in den Flüssen und Seen in NRW: Von 51 heimischen Fischarten sind 16 akut bedroht oder bereits ausgestorben. Darüber hinaus stehen 6 weitere Fischarten auf der Vorwarnliste. Mit Blick auf die gefährdeten Gewässer-Arten forderte Minister Remmel auch einen stärken Schutz dieser Lebensräume. Rund 60 % der Gewässer in NRW sind künstlich verändert worden und nur noch etwa 8 % der Flüsse und Seen verfügen nach Untersuchungen des Landesumweltamtes (LANUV) über ein intaktes Ökosystem.

MKULNV Nordrhein-Westfalen

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