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Nordrhein-Westfalen: Holzindustrie kritisiert Naturschutzverbände

Nach dem Schlichterspruch von Staatsekretär Günter Kozlowski gegen einen Nationalpark im Teutoburger Wald zeigen sich die Sägewerke und die Unternehmen der Holzindustrie in Ostwestfalen-Lippe entschlossen, die Diskussion über das umstrittene Projekt endgültig zu beenden.

„Von Erleichterung kann bei den Beschäftigten in der Holzindustrie noch nicht gesprochen werden“, sagt Lars Schmidt, Generalsekretär beim Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD), und kritisiert damit die neuesten Aussagen der Naturschutzverbände. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und der Naturschutzbund (NABU) wollen die Nationalparkplanungen weiter vorantreiben. In einer gemeinsamen Presseerklärung fordern sie das Land auf, den weiteren Planungs- und Umsetzungsprozess selbst in die Hand zu nehmen, sollte die Region mit der Umsetzung überfordert sein.

„Das Thema muss nun endlich ad acta gelegt werden, um bei den Unternehmen weiteren Schaden zu vermeiden“, warnt Schmidt. So führe eine anhaltende Diskussion um Flächenstilllegungen und Nutzungseinschränkungen sowie die in diesem Zusammenhang bestehenden Klagemöglichkeiten der Naturschutzverbände beispielsweise zu einer Verschlechterung der Ratings der Holzfachbetriebe bei den Banken. Schmidt: „Eine direkte Umsetzung durch die Landesregierung, ohne die Beteiligung der betroffenen Menschen in der Region, ist nicht hinnehmbar und im höchsten Maße verantwortungslos.“

Kritik an doppeltem Spiel

Ein besonderer Vorwurf sei an Lucas Heumann von der CDU zu richten, der auf der einen Seite als Fraktionsvorsitzender der Partei in Lippe – trotz des breiten Widerstands in der eigenen Partei und der Region – im Schulterschluss mit Grünen und Umweltverbänden die Planung des Nationalparks vorantreibe und auf der anderen Seite in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer der Holz- und Möbelindustrie in Herford deren Interessen gleichzeitig verrate.

Die CDU in Lippe hat zu Recht einen Sonderparteitag zu dem Thema Nationalpark angesetzt. Da gilt es für Beteiligten wie Heumann sich zu entscheiden: Will man Steigbügelhalter für Nationalpark-Ideologen wie Remmel und den BUND sein oder die Interessen der Region und der Unternehmen aus der Holz- und Möbelindustrie vertreten. Schmidt: „Wenn hier wie bei Heumann keine klare Haltung da ist, gilt die Empfehlung: Rücktritt! Und zwar von beiden Ämtern. Dem des CDU-Fraktionsvorsitzenden in Lippe und dem des Geschäftsführers für die Holz- und Möbelindustrie in Ostwestfalen-Lippe.“
BSHD

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