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Nordrhein-Westfalen: Heimisches Holz wird knapp

Nordrhein-Westfalen: Heimisches Holz wird knapp

Bei einer Umfrage der Deutschen Säge- und Holzindustrie (Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland/Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie) gaben 62 % der befragten Unternehmen an – darunter überwiegend Laubholzsägewerke aus Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Bundesländern – die negativen Auswirkungen der nordrhein-westfälischen Wildnisstrategie auf den Holzeinkauf bereits jetzt deutlich zu spüren. Die Säger schätzen den jährlichen Zukauf von Laubholz aus anderen Regionen auf durchschnittlich 1.500 Fm, das entspricht über 75 Lkw-Ladungen Holz pro Sägewerk. Um der bestehenden Nachfrage gerecht zu werden und die Werke auszulasten, müsse der Einkaufsradius schon jetzt erweitert werden, so das Meinungsbild der Sägewerksbetreiber, die besorgt auf die kommende Einkaufssaison schauen.

Das Angebot an heimischem Laubholz werde durch die Ausweisung von Wildnisschutzgebieten immer geringer. Demzufolge müssten sich Betriebe in den betroffenen Regionen andere Rohstoffquellen suchen. Bei 54 % dieser Unternehmen habe sich der Transportweg bereits heute im Schnitt um knapp 60 km, bei einigen Firmen sogar um bis zu 250 km vergrößert. Die direkte Folge sind steigende Beschaffungskosten: Laut Umfrage sehen sich mehr als die Hälfte der befragten Betriebe mit einer durchschnittlichen Kostensteigerung von knapp 4 % konfrontiert. Hinzu kommen Preissteigerungen durch den Lieferantenwechsel in Höhe von durchschnittlich 2 % sowie Qualitätseinbußen durch schwache und nicht sägefähige Sortimente.  

Betriebe verlieren Wettbewerbsfähigkeit 

Als „verhalten“ beschreibt Lars Schmidt, Generalsekretär beim Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD), die Stimmung unter den nordrhein-westfälischen Mitgliedsbetrieben. Trotz der damaligen Ankündigung von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/DieGrünen), dass es durch die Wildnisgebiete zu keinen „nachhaltigen Beeinträchtigungen“ kommen werde, leide die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe bereits heute erheblich. „Dramatisch“, so Schmidt, würde die Situation, wenn durch den geplanten Nationalpark im Teutoburger Wald auf weiteren Flächen die nachhaltige Waldwirtschaft zusätzlich eingeschränkt werde. Schmidt: „Die vermeintliche Naturschutzpolitik von Minister Remmel geht eindeutig zu Lasten der heimischen Holzwirtschaft, die wertvolle Arbeitsplätze im ländlichen Raum bereitstellt, indem sie die nachhaltige Versorgung mit dem nachwachsenden und klimafreundlichen Werkstoff und Bioenergieträger Holz unnötig einschränkt.“

Auch der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Dr. Philipp Freiherr Heereman, betrachtet die Entwicklungen in seiner Region kritisch: „Wir brauchen eine Steigerung der Holzverwendung aus heimischen Wäldern. Wildnisgebiete, Nationalparke und Waldstilllegungen passen da nicht ins Bild. Wer Klimaschutz will, muss heimisches Holz verwenden, nicht stilllegen.“

Laut Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums soll diesen Herbst die Entscheidung für oder gegen einen Nationalpark in der Region Ostwestfalen-Lippe fallen.

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie ist ein Zusammenschluss zwischen dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) und dem Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie e.V. (VDS).

BSHD

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