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Gemeindewaldbesitzerverband NRW fordert ein modernes Landesjagdgesetz

Die Mitgliederversammlung 2012 des Gemeindewaldbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen hat am 10. September eine Resolution zur Novellierung des Jagdrechts in Nordrhein-Westfalen verabschiedet. Darin wird ein modernes Landesjagdgesetz mit einer stärker an den Zielen der Waldeigentümer ausgerichteten Schalenwildbejagung gefordert.

Für die Wald besitzenden Städte und Gemeinden ist der Aufbau langfristig ertragreicher, strukturreicher und stabiler Mischbestände als Basis für nachhaltige Erträge und die optimale Erfüllung der vielfältigen und zunehmenden Ansprüche der Gesellschaft an den Wald von zentraler Bedeutung. Dabei spielt der klimagerechte Waldumbau eine immer größere Rolle. Wie diese Waldbestände bei gleichzeitig deutlich steigenden Schalenwildbeständen kurz-, mittel- und langfristig zu entwickeln und dauerhaft zu erhalten sind, daran scheiden sich bisweilen die forstlichen und jagdlichen Geister.

In NRW kann zwar von einem landesweiten „Wald-Wild-Konflikt“ nicht gesprochen werden. Allerdings gibt es zum Teil gravierende lokale und regionale Konflikte, insbesondere in Eigenjagdbezirken mit Rotwild. Fehlentwicklungen und Missstände gefährden nicht nur den Aufbau naturnaher Waldbestände. Sie führen zu teilweise massiven Ertrags- und Vermögenseinbußen auch von kommunalem Waldeigentum, die häufig die Einnahmen aus der Verpachtung von Revieren übersteigen. Dies hat den Gemeindewaldbesitzerverband NRW veranlasst, sich auf verschiedenen Ebenen zu engagieren und in der Sache gegenzusteuern.

So unterstützt der Verband ausdrücklich die „Empfehlungen zur Lösung von Wald-Wild-Konflikten“ aus dem Arbeitskreis „Jagd und Naturschutz“ und fordert, dass diese bei der anstehenden Jagdrechtsnovelle Eingang finden. Der vom für die Jagd zuständigen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Jahr 2011 eingerichtete Arbeitskreis hat einvernehmlich konkrete Lösungsvorschläge und Ziele für die zukünftige Umsetzung vorgelegt. Mitglieder aus dem Gemeindewaldbesitzerverband haben die dortige Arbeit maßgeblich unterstützt.

Die Empfehlungen  des Arbeitskreises, u.a. zur Abschaffung der Rehwildabschusspläne, die stärkere Ausrichtung der Jagd an die Zielen von Waldbesitzern und Grundeigentümern, die stärkere Übertragung von Verantwortung weg von Jagdbehörden und hin zu Grundeigentümern, Jagdausübenden und ggf. auch Hegegemeinschaften, die Absenkung der gesetzlichen Mindestpachtzeit sowie die Entkoppelung von Fütterungs- und Jagdzeiten, werden vom Gemeindewaldbesitzerverband mitgetragen.  

Damit die notwendige Waldwende im Hinblick auf den Klimawandel gelingen kann, bedarf es zugleich auch einer Jagdwende. NRW benötigt ein Jagdgesetz, welches die Zielsetzungen der Waldeigentümer nach dem Vorbild anderer Bundesländer, wie zum Beispiel Rheinland-Pfalz und Bayern, stärker berücksichtigt.

Die Akteure des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW werden die Landesregierung NRW an den diesbezüglichen Ankündigungen im Koalitionsvertrag messen und sich weiter für eine möglichst rasche Umsetzung der Empfehlungen konstruktiv und kritisch engagieren – im Sinne der Entwicklung und Erhaltung eines naturnahen und zukunftsfähigen Waldeigentums.

Gemeindewaldbesitzerverband NRW

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