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Nordrhein-Westfalen: Erste private Wildnisgebiet „Heiligenborner Wald“

Nordrhein-Westfalen: Erste private Wildnisgebiet „Heiligenborner Wald“

Nordrhein-Westfalen schlägt ein neues Kapitel in der deutschen Naturschutzpolitik auf. Erstmalig beteiligt sich ein privater Waldbesitzer am Ausbau der landesweiten Wildnisgebiete und bringt dafür seinen Privatwald in eine eigene Naturschutzstiftung ein. Dies teilten der Stifter, der Unternehmer Dieter Mennekes, und Umweltminister Johannes Remmel auf einer Pressekonferenz (17.4.2014) im Kreis Siegen-Wittgenstein mit.
Minister Johannes Remmel: „Wildnisgebiete sind die Urwälder von morgen. Sie sind Garanten für die biologische Vielfalt in unserem Land und Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Wildnisgebiete sind ein entscheidender Schritt zum Schutz und zur Wiederherstellung unseres wertvollen Naturerbes. Ich freue mich, dass sich erstmals nun ein Privatwaldbesitzer an der Realisierung dieses Zieles beteiligt. Ich hoffe, dieses Beispiel findet zahlreiche Nachahmer.“
Der Stifter Dieter Mennekes: „Ich möchte den Menschen Waldästhetik und Waldmystik vermitteln und gleichzeitig wünsche ich mir, dass sie den Schutzgedanken der wertvollen Wälder begreifen. Nur durch das Begreifen von wichtigen Abläufen in der Natur sind die Menschen bereit sich auch für diese einzusetzen.“
Wildnisgebiete in Nordrhein-Westfalen
Seit 2009 wurden in Nordrhein-Westfalen 100 Wildnisgebiete, bestehend aus etwa 300 Einzelflächen, ausgewiesen. Auf einer Fläche von insgesamt 7800 ha verteilen sich die Wildnisgebiete über ganz NRW. Mit dem geplanten Wildnisgebiet „Heiligenborner Wald“ kommen nun weitere 350 ha hinzu.
Das geplante Wildnisentwicklungsgebiet Heiligenborn ist aus der Idee des Stifters Dieter Mennekes geboren, der Region Siegen-Wittgenstein ein Stück Natur, künftig möglichst unberührt, zurück zu geben. Der Wald in Heiligenborn, der viele sehr naturnahe Bereiche aus autochthoner Buche, Quellen und Moore mit naturnahen Bachläufen enthält, soll sich langfristig ungestört durch menschliche Eingriffe zu einem Urwald vom morgen entwickeln.
Hierbei wird der Landesbetrieb Wald und Holz NRW das Projekt sowohl naturschutzfachlich, als auch forst- und jagdwissenschaftlich begleiten, um diesen Übergang ohne Probleme für Dritte zu gestalten. Die letzten Formalitäten zur Umsetzung sollen bis zum Sommer geklärt werden. „Der Landesbetrieb Wald und Holz verfolgt keinen Käseglocken-Naturschutz. Wir wollen Natur und Wildnis auch im Sinn einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erlebbar machen. Das geplante Wildnisgebiet Heiligenborn wird dabei als Modellregion das Konzept zur Umweltbildung des Landesbetriebs bereichern“, erläuterte der für den Naturschutz zuständige Abteilungsleiter im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Dr. Hans-Jürgen Schäfer.
Der 73-jährige Stifter Dieter Mennekes besitzt neben Wäldern in NRW auch große Waldgebiete in Brandenburg. Der engagierte Naturschützer hat schon vor Jahren eine eigene Umweltstiftung gegründet. Weil man nur schützen kann, was man kennt, möchte Dieter Mennekes das von ihm gestiftete Wildnisgebiet vor allem auch zu einem Ort für Umweltbildung und Inspiration entwickeln. Für ihn ist der Wald mit seinen vielschichtigen Zusammenhängen eine faszinierende Zauberwelt. An dieser Zauberwelt möchte er die Menschen in NRW teilhaben lassen.
 
Erstes private Wildnisgebiet
Das erste private Wildnisgebiet soll den Namen „Heiligenborner Wald“ tragen. Die Bezeichnung Heiligenborn verweist auf die heilige Ilse-Quelle, die ein wichtiger Ort im Wildnisgebiet sein wird. Das von Dieter Mennekes gestiftete private Wildnisgebiet grenzt direkt an ökologisch sehr interessante Staatswaldflächen und dort gelegene Wildnisgebiete.
Das gesamte Waldgebiet gilt als der größte unzerschnittene Waldraum in NRW. Dort sind bereits jetzt seltene Tierarten wie Wildkatze und Schwarzstorch heimisch.
Hintergrund der NRW-Wildnisgebiete sind Beschlüsse des Europäischen Parlaments zur Wildnis in Europa und die Strategie der Bundesregierung zur biologischen Vielfalt, mit dem Ziel, 5 bis 10 % der Waldflächen für natürliche Entwicklung bereitzustellen. Für NRW ist das Ziel von mindestens 10 % im Staatswald bereits im Jahr 2013 erreicht worden.
Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat im Staatswald NRW bisher einen Nationalpark sowie insgesamt rund 170 Naturwaldzellen und Wildnisgebiete ausgewiesen. Damit entwickelt sich derzeit auf mehr als 11 % der staatlichen Waldfläche der Urwald von morgen. Die Erfahrungen aus dem Management dieser auch als Prozessschutzflächen bezeichneten Wildnisareale wird Wald und Holz NRW künftig in die Betreuung des ersten privaten Wildnisgebiets einbringen.
MKULNV NRW

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