Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Eine einzelne Lärche steht auf einer Lichtung, auf der alle Fichten wegen Borkenkäferbefall gefällt wurden.

Nordrhein-Westfalen bringt das Forstschäden-Ausgleichsgesetz auf den Weg

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wird am 6. November über den Bundesrat die Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes beantragen. Ziel ist es unter anderem, den Fichten-Frischeinschlag bis September 2023 auf 70 % des Normaleinschlags zu beschrämken. Grund dafür sind die extremen Waldschäden und die teils massiven Verwerfungen auf dem Holzmarkt. Die Waldbesitzer stehen deswegen unter außerordentlich großem Druck.

Zuvor hatten sich die Forstchefs der Länder im Rahmen ihrer Herbstsitzung mit der Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes auseinandergesetzt und ein entsprechendes Votum an das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium herangetragen.

Weiterer Beitrag zur Schadensbewältigung

Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser bezeichnete die Initiative Nordrhein-Westfalens als einen weiteren Beitrag zur Schadensbewältigung. Durch die Bundesratinitiative solle sich der Markt für Rundholz sukzessive wieder stabilisieren. „Wir haben bereits die Förderung aufgestockt, Sondermittel bereitgestellt und Fachkonzepte entwickelt, um die Situation in den Wäldern zu verbessern. Nun wollen wir auch einen bisher nicht aufgegriffenen Mechanismus für die Unterstützung der Waldwirtschaft aktivieren.“

Einschlagsbeschrängung bei der Fichte bis September 2022

Kernpunkt der Initiative Nordrhein-Westfalens ist eine bundesweite befristete Beschränkung des Fällens von gesunden Fichten auf 70 % gegenüber dem Normaleinschlag bis zum 30. September 2022. Als Referenzzeitraum für den Normaleinschlag sind die Jahre 2013 bis 2017 vorgesehen. Durch die Beschränkung des Einschlags gesunder Fichten entstehen zusätzliche Kapazitäten für das Fällen von befallenen Bäumen, und der Absatz von Schadholz wird gestärkt.

Zugleich können durch einen solchen Erlass Verkäufer für Schadhölzer aus ihren Wäldern ermäßigte Sätze bei der Einkommenssteuer geltend machen. Nordrhein-Westfalen wird die Initiative am 6. November in das Bundesratsverfahren einbringen.

NRW spricht sich weiterhin für eine Baumprämie aus

Die Landesregierung setzt mit ihrer Initiative eine Zusage um, die sie in ihrer „Schmallenberger Erklärung“ im Herbst 2019 gegeben hat. Darüber hinaus setzt sie sich auf Bundesebene weiterhin für eine Baumprämie ein. Mit ihr sollen die Ökosystemleistungen der Wälder angemessen honoriert werden.

MULNV/Red.

Auch interessant

von