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Nordrhein-Westfalen: Kabinett hat Entwurf der Biodiversitätsstrategie NRW beschlossen

Wie das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen informiert, hat die Landesregierung den ersten Baustein der neuen Artenschutzpolitik für Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht (27.8.2014). Mit der neuen Biodiversitätsstrategie NRW sollen konkrete Maßnahmen für einen ambitionierten Artenschutz und den besonderen Schutz wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen für das nächste Jahrzehnt festgelegt werden.
Nach der letzten Erhebung zur „Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW“ sind knapp 45 % der heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch wertvolle und einzigartige Lebensräume sind gefährdet. Die Strategie bildet eine Standortbestimmung der nordrhein-westfälischen Naturschutzpolitik und ihrer Ausrichtung für die kommenden 10 bis 15 Jahre. Bereits im Vorgriff auf die Biodiversitätsstrategie NRW hat die Landesregierung den Naturschutz-Etat von 18 auf 36 Mio. € verdoppelt.
Insgesamt werden in der Biodiversitätsstrategie NRW rund 150 Maßnahmen beschrieben. Dazu gehören zum Beispiel:
• Novellierung des Landschaftsgesetzes hin zu einem Landesnaturschutzgesetz;
• Ausweisung eines zweiten Nationalparks in Nordrhein-Westfalen;
• Erhöhung des Waldflächenanteils mit natürlicher Waldentwicklung auf etwa 5 % der Gesamtwaldfläche in Nordrhein-Westfalen (Wildniswälder);
• ökologische Entwicklung von Gewässern und Auen mit dem NRW-Programm „Lebendige Gewässer“;
• Schutzprogramme für besonders gefährdete Arten wie Äschen, Wiesenvögel und Wildkatze;
• Reduzierung des täglichen Flächenverbrauchs bis zum Jahr 2020 auf 5 ha und langfristig auf null Hektar (netto);
• Erhöhung des Biotopverbundes, also die Durchgängigkeit von Lebensraum zu Lebensraum, von derzeit zehn auf mindestens 15 % der Landesfläche;
• Erarbeitung einer landesweiten Konzeption zur Wiederherstellung von Heidegebieten, Magerrasen und Mooren;
• Erhöhung des Anteils standorttypischer Buchenwälder von heute 16 auf mindestens 20 %;
• Schutz des Grünlandes einschließlich der Entwicklung bzw. Wiederherstellung von naturnahen Strukturen in der Agrarlandschaft;
• Ausweitung des Vertragsnaturschutzes und des ökologischen Landbaus;
• Förderung der Umweltbildung von der Kita bis zur Hochschule und das Erlebbarmachen des wertvollen Naturerbes des Landes für seine Bürgerinnen und Bürger.
Der Entwurf der Biodiversitätsstrategie NRW geht nun in die Anhörung mit Naturschutz-, Waldbauern- und Jagdverbänden sowie den Wirtschaftsverbänden, Städten und Gemeinden. Im Anschluss wird das Kabinett die Strategie beschließen, geplant ist dies bis Ende 2014.
Umweltministerium NRW

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