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Nordrhein-Westfalen: Aktionen informieren über das Multitalent Wald

Nordrhein-Westfalen: Aktionen informieren über das Multitalent Wald

Förster des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen informieren anlässlich des Tag des Waldes über das Multitalent Wald.
Wald ist unsere grüne Lunge, ist Lebensraum für bedrohte Natur, ein wichtiger Ort für Inspiration, Freizeit und Erholung. Und außerdem liefert uns der Wald unseren wichtigsten nachwachsenden Rohstoff: Holz. Das ist die wirtschaftliche Grundlage für 180.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. Für die meisten Menschen bei uns sind die Leistungen, die das Multitalent Wald erbringt, nichts besonderes, denn sie sind einfach überall ganz selbstverständlich präsent. Mehr als ein Viertel Nordrhein-Westfalens ist von Wald bewachsen. Engagierte Försterinnen und Förster kümmern sich darum, dass der Wald gesund bleibt und nicht weniger sondern mehr wird.
International sieht das ganz anders aus. Raubbau lässt die Wälder weltweit schrumpfen. Deshalb gibt es den Internationalen Tag der Waldes. Immer am 21. März. Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, hat diesen Tag 1971 als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen.
Auch wenn wir im waldreichsten Land Europas leben und unsere Wälder nicht von der Vernichtung bedroht sind, haben wir viele Gründe, den Tag des Waldes intensiv zu nutzen. Sowohl für einen Blick nach vorn als auch für einen Blick in die Vergangenheit. Es ist noch keine 300 Jahre her, da waren weite Bereiche, die heute unser Bundesland bilden, komplett unbewaldet. Eine vom Raubbau zerstörte Landschaft. Ausgelaugte Böden auf denen nur noch Heidekraut und Wachholder wuchsen. Erst durch die Einführung der nachhaltigen Forstwirtschaft gelang es den Forstleuten, die Wälder zu uns zurück zu holen.
Dank aktueller Forschungen von Wald und Wolz NRW können wir auch einen Blick in die Zukunft werfen. Der Klimawandel wird unsere Wälder stark verändern und stellt unsere Forstleute vor große Herausforderungen. Die Eiche, ehemals Sinnbild für die Kraft der Germanen, schwächelt und bedarf intensiver Pflege. Die Fichte, der aktuelle Brotbaum der Forstwirtschaft, wird in vielen Bereichen nicht mehr vernünftig wachsen können. Selbst unsere Buchen, die als die optimal an unsere Region angepassten Bäume gelten, bekommen an trockenen, sonnigen Südlagen Probleme. Aber für diese Herausforderungen finden Förster Lösungen.
„Mensch Wald!“ 
Die derzeit schwierigste Aufgabe ist, das Miteinander von Mensch und Wald besser zu organisieren. „Mensch Wald!“ steht daher auf allen Broschüren von Wald und Holz NRW. Statt dem internationalen Raubbau am Wald beobachten wir bei uns eine Art „Raubbau der Interessen“. 910.000 ha Wald in NRW, das hört sich erst einmal viel an, aber bei 18 Mio. Menschen sind das gerade einmal 500 m² Wald pro Person. Und diesen Wald möchte jede und jeder für sich so intensiv nutzen wie es geht – in der Regel ohne zu wissen, wem der Wald überhaupt gehört. Jäger stören sich an Wanderern, weil sie das Wild beunruhigen, Wanderer stören sich an Reitern und Radlern, die die Wege ruinieren. Die wiederum wollen sich die Wege nicht verbieten lassen, wenn Fällarbeiten Sperrungen erfordern.
Überhaupt: Bäume fällen wird im Wald zunehmend zu einem Problem, weil immer mehr Menschen es für Naturschutz halten, wenn man gesunde Bäume vor der Säge rettet. Nicht wenige erzürnen sich dann, während sie einen prasselnden Kaminofen befeuern, und sich dann über das Echtholzparkett auf die Massivholzmöbelgarnitur begeben. Aus dem Lebensmittelbereich kennt man das Schlachthaussyndrom (Wurst essen: Ja. Tiere töten: Nein) Diese aus der Ernährung bekannte Entfremdung von der Natur ist inzwischen auch im Wald angekommen und stellt uns vor neue Herausforderungen.
Es gibt also Gesprächsbedarf über unseren Wald. Und wo könnte man das besser tun, als bei einem Waldspaziergang.
Am Internationalen Tag der Wälder startet Wald und Holz NRW eine Reihe von Wanderungen, die helfen sollen, unser Multitalent Wald im Sinne der Nachhaltigkeit so klug zu nutzen, dass alle etwas davon haben. Hinweise zu Aktivitäten finden sich auf der Internetseite von Wald und Holz NRW.
Wald und Holz NRW

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