Holzernte

Noch sechs Tage bis zur Interforst

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Die Vorbereitungen für die Interforst, die vom 17. bis 20. Juli in München stattfindet, laufen auf Hochtouren. Neben den vielen tausend Produkten der Aussteller erwartet die Besucher ein umfangreiches Rahmenprogramm an Informationen und Veranstaltungen.

Rund 75.000 m2 Ausstellungsfläche, vollgepackt mit Lösungen für die Forstwirtschaft – damit will die Interforst in diesem Jahr wieder einmal Maßstäbe setzen. Ein großer Schwerpunkt im Themenportfolio wird der Waldumbau im Klimawandel sein. Für Organisatoren wie Messebesucher ist klar: Das ist das entscheidende Thema für die Zukunft des Waldes. Wie auch die vergangenen Male wird das Programm der Messe durch Foren und einen Kongress ergänzt. Diese Veranstaltungen finden in der Halle B6 statt.

Messe München

In einem dicht gedrängten Messejahr ist es manchmal sinnvoll, Termine zu bündeln. So wird das beispielsweise mit dem Forstlichen Unternehmertag praktiziert, der üblicherweise eigenständig in Freising bzw. Hundisburg stattfindet. Die Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern und das Fraunhofer IFF Magdeburg haben das Event heuer gleich in den ersten Messetag von 13:30 bis 17:00 Uhr und in die Foren der Interforst integriert. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Mythen, Esoterik, Fake News – neue Herausforderungen der Forstwirtschaft“. Das genaue Programm entnehmen Sie der folgenden Tabelle.

Foren und Kongress

Die DLG wird in Zukunft auf der Interforst Fachforen und eine Forstarena im Freigelände anbieten
Fachforum auf der Interforst Foto: MMG

Auch die weiteren Messetage sind gespickt mit informativen Vortragsveranstaltungen und Diskussionen. Beim Interforst-Kongress am 19. und 20. Juli, der übrigens auch kostenfrei allen Besuchern der Messe offensteht, geht es um die Frage nach dem Zustand unserer Wälder, die Strategien für die Zukunft und die Abwägung bei der Holzverwendung bzw. die viel zitierten Ökosystemleistungen. Ein weiterer Block sind innovative Ansätze zur Digitalisierung. Das Forenprogramm finden sie in dieser Tabelle.

Das Programm des Fachkongresses können sie folgender Tabelle entnehmen:

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KWF Members Award

Der traditionelle Innovationspreis des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) auf der Interforst hat in diesem Jahr einen neuen Namen und ein anderes Prozedere bekommen: Auf den neuen „KWF Members Award“ konnten die Aussteller sich selbst bewerben. Aus diesen Anträgen haben die Mitarbeiter der KWF-Fachressorts dann insgesamt 30 Innovationen nominiert, die letztlich von den aktuell 2040 Mitgliedern des KWF bewertet werden durften. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am 17. Juli ab 16 Uhr im Anschluss an den Forstlichen Unternehmertag im Forenbereich der Halle B6.

Unter den Nominierten finden sich diverse Produkte, über die wir in den vergangenen Monaten schon berichtet haben. Dazu gehören der VinZent-Körperschutz und der SpaltFast-Schichtholzspalter von BaStIng. Stihl hat die Akkusäge MSA 300 und das Schärfsystem Rapid Hexa angemeldet. Im Bereich der großen Forstmaschinen hatten wir Ihnen den Ebert-Fällkran und den Konrad Highlander Steilhang-Harvester mit eigenem Carrier-Rungenkorb schon vorgestellt. Daneben haben wir Sie auch schon über die Spezialanwendungen WFW Multi F oder den Welte-Tankrucksack informiert.

Es werden in München aber auch ganz neue Erfindungen zu sehen sein, von denen die Fachwelt bisher noch nichts gehört hat. Darunter sind erwartungsgemäß auch einige digitale Ideen, wie zum Beispiel ein Trainingsprogramm zum Erlernen gefährlicher Tätigkeiten im Forst mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille.

Einen besonderen Ansatz für Verbesserung der Baustellen-Sicherheit stellt sicherlich die Protos-Barrier dar – eine Warnbake mit Kamerasystem, die Passanten bei Sperrungen von Forstwegen aktiv warnen kann. „Vertical-Cut“ heißt ein Gerät, das eine Stehend-Entnahme direkt mit dem Helikopter möglichen machen soll. Beide Konzepte stellen wir Ihnen auf den Seiten 72 bis 75 schon etwas genauer vor.

Das noch ganz junge Unternehmen Vertical Tec Concepts stellt eine Hubarbeitsbühne mit 32 m Reichweite als Anbaugerät für Traktoren zur Abstimmung.

Mit ganz besonderer Spannung erwarten wir das in der Breite verstellbare Radfahrwerk für den HSM-Harvester 405 H4 in Verbindung mit einem hubstarken Kran mit 15 m Auslage.

DLG Forstpraxis Arena

Diese Maschine wird auch im Rahmen der DLG-Forst Praxis Arena in Aktion zu sehen sein. Die Interforst ist immer zu großen Teilen eine statische Messe, das heißt gerade große Maschinen lassen sich nur eingeschränkt in Bewegung zeigen und vorführen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat die Messe deswegen einen über 5.500 m2 Vorführbereich in der Süd-West-Ecke des Freigeländes geschaffen, wo sich mehrere Aussteller im Rahmen moderierter Shows abwechselnd präsentieren können. Einer der Kommentatoren wird der bekannte „Super Forstwirt“ Dennis Griesinger sein.

Dort werden wir zum Beispiel einen Komatsu-855-Forwarder mit der neuen Smart-Crane-Steuerung zu sehen bekommen, und die Firma Welte bringt eine Kombimaschine W 190M mit einem flexiblen Rungenkorb mit.

Reil & Echinger aus Nittenau hat eine ganze Palette an Rücketechnik am Start, von der kleinen Kapsen-Raupe über ein ATV mit Rückewagen bis hin zu einem Equus-Skidder. Pfanzelt wird sich eine eigene Erdfläche anlegen um die Moritz-Raupe mit der passenden Streifenfräse und dem weiterentwickelten Prototypen der Pflanzmaschine zeigen zu können. Über diese hatten wir zu den KWF-Thementagen erstmals berichtet. Die Firma Krpan aus Slowenien steigt ganz aktuell in die Herstellung von Lkw-Ladekranen ein und wird einen ersten Typ ebenfalls hier vorführen. Die ganze Arena ist so konzipiert, dass Interessenten in den Vorführ-Pausen jeweils auch direkt zu den Maschinen gehen können und dort Ansprechpartner der Hersteller treffen.

Sonderschau Waldumbau

Die Sonderschauen in der Halle B6 thematisieren die Interforst-Leitthemen. Dabei beschäftigt kaum ein Thema die Forstleute im Moment mehr als die Frage nach dem Umgang mit den Schadflächen. Stürme, extreme Trockenheit, Waldbrände und Borkenkäfer – das alles hat den Wäldern in Deutschland besonders in den vergangenen drei Jahren enorm zugesetzt. Angesichts dieser Entwicklungen kommt es jetzt darauf an, die Wälder durch Waldumbau und Wiederaufforstung langfristig auf den Klimawandel einzustellen. Basis dafür sind komplexe Einzelfallentscheidungen, bei der eine Vielzahl von Informationen angemessen berücksichtigt werden müssen. Das KWF greift das Thema mit einer Sonderschau zur Wiederbewaldung der Schadflächen sowie zum langfristigen Waldumbau zu klimaresilienten Wäldern auf.

Gemeinsam mit SVLFG, DGUV und EZG wurde ein Konzept entwickelt, um viele Fragen zu waldbaulichen Zielstellungen, Forstpflanzenanzucht und -bereitstellung, „neue“ Baumarten, Saat- und Pflanzverfahren, Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltschutz bei der Kulturbegründung, aber auch Einzelschutz und Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung beantworten zu können.

Sicher zum Zukunftswald

Auf dem Freigelände (Stand FM 8) gibt es weitere Sonderschauen: Die sogenannte Gesundheitsstraße der Sozialversicherung für Landwirtschaft Forsten und Gartenbau (SVLFG) bietet Infos zum UV-Schutz, Hautkrebsscreening, Hitzeschutz, Blutzucker und einen Hörtest. Im Zeltbereich findet sich ein Schießkino, der Fällsimulator und die Stockfibel-App. Auf der Praxisfläche geht es um Seilklettertechnik Baumabtragung mit praxischen Vorführungen (Seilfällung, ferngesteuerte Fällkeile)

Öffnungszeiten, Tickets

Die Interforst auf dem Messegelände München hat vom Sonntag, 17. Juli bis Mittwoch, 20. Juli jeweils 9 bis 18 Uhr ihre Tore geöffnet. Sie können Ihr Tagesticket für 29 € unter www.interforst.com/de/besucher/tickets kaufen, Gutscheine für ein Tagesticket einlösen und Ihre Registrierung durchführen. Das Mehrtagesticket kostet 49 € Im Vorverkauf profitieren Sie von günstigeren Preisen und einem direkten Messezutritt ohne Schlangen an der Tageskasse. Erstmals in diesem Jahr ist es möglich, ein klimafreundliches GoGreen-Ticket zu kaufen. Zu einem Aufpreis von jeweils 3 € wird der CO₂-Ausstoß Ihrer Anreise pauschal kompensiert.

Innovation Tour

Der offizielle Ausstellerkatalog der Interforst umfasst 336 Positionen. Auf dem weitläufigen Messegelände die spannendsten Neuheiten zu finden, wird gar nicht so einfach sein. Dafür hat sich die Messe München in diesem Jahr die sogenannte „Innovation Tour“ einfallen lassen. Bei diesen geführten Rundgängen kann man sich am schnellsten einen Überblick über die innovativsten Ideen und Produkte verschaffen. Zu Redaktionsschluss war noch nicht ganz sicher, welche Stationen alles dazugehören werden. Gemeldet waren aber schon: MM Forsttechnik mit den neuen Laufwagen, HDG Bavaria mit dem gefilterten Kombi-Heizkessel Compact 95E, Flügel mit der smarten Borkenkäferfalle, der Ebert Fällkran, Vertical Tec Concepts mit ihrer Traktor-Arbeitsbühne und Cepima mit dem Rückewagen MP 19. Digitale Innovationen wird man bei Treeva mit der Foto-Poltervermessung kennen lernen und bei Bitcomp mit der Woods App.

Die Tour startet täglich um 9:30 Uhr. Treffpunkt ist am Eingang Ost hinter den Drehkreuzen. Für Messebesucher mit gültigem Interforst-Ticket ist die Teilnahme kostenlos.

Zurechtfinden

Was tut man aber, wenn man einen ganz bestimmten Messestand auf der Interforst aufsuchen möchte? Leider gibt es dafür bisher noch keine interaktive App, die einen wie ein Navigationssystem durch die Gänge lotsen könnte. Allerdings können Sie sich trotzdem behelfen: Im Online-Ausstellerverzeichnis können Sie zum einen direkt nach dem Namen der gesuchten Firma, Warengruppen oder Problemlösungen suchen. Wenn Sie dann einen bestimmten Aussteller besuchen wollen, klicken Sie den Namen einfach an, und bekommen in einem vergrößerten Geländeplan sehr schön den entsprechenden Stand angezeigt.

Heinrich Höllerl