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Niedersächsisches Programm für Moorlandschaften

Niedersächsisches Programm für Moorlandschaften

Auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums haben der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und Landwirtschaftsminister Christian Meyer am 11. Mai das neue Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ vorgestellt. Das Programm ist Teil der klimapolitischen Strategie der Landesregierung.

Nach aktuellen Berechnungen werden die klimarelevanten Emissionen aller Moore und weiteren kohlenstoffreichen Böden in Niedersachsen auf 10,6 Mio. t CO2-Äquivalente im Jahr geschätzt. Dies entspricht rund 11 % der Gesamtemissionen in Niedersachsen.
Mit dem neuen Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ sei ein Meilenstein erreicht, es bleibe aber noch ein ganzes Stück Weg. Für eine erfolgreiche Umsetzung sei die gemeinsame Anstrengung aller wichtigen Akteure in den Mooren notwendig. Moormanagement könne nur im Dialog zu einem Erfolgsmodell werden, so die beiden Minister.
Das neue Programm baut auf den über Jahrzehnte gewonnenen Erfahrungen im Moorschutz auf. Zugleich stellt sich Niedersachsen den Herausforderungen des Klimawandels und seiner besonderen Verantwortung als Moorland. Das Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ wurde daher insbesondere auch auf Klimaschutzziele ausgerichtet und bedeutet somit einen Neubeginn beim Management von Mooren. Erstmals werden dabei neben den Hochmooren auch Niedermoore einbezogen. Diese sind in Niedersachsen fast ebenso verbreitet und setzen in der Summe mehr Treibhausgase frei als Hochmoore.
Um insgesamt weniger Torf zu verbrauchen, hat die Landesregierung zudem ein Torfersatzforum eingerichtet. Ziel ist es durch die Verwendung von immer weniger Torf im Hobby- und Erwerbsgartenbau die klimarelevanten Emissionen in diesem Bereich bis 2020 um 25 % zu senken.
Fördermittel zum Klimaschutz in Moorgebieten
Für die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz in Moorgebieten stehen in der Förderperiode 2014 bis 2020 aus dem EFRE-Fonds und zusätzlichen Landesmitteln rund 52 Mio. € Fördermittel zur Verfügung. Förderfähig sind Maßnahmen zur Optimierung des Wasserhaushaltes und Wiedervernässung von Mooren, zu moor- und klimaschonenden Bewirtschaftungsmaßnahmen sowie vorbereitende Arbeiten wie Planungen. Zu den ersten, im Frühjahr 2016 bewilligten Projekten zählen zum Beispiel die Modellvorhaben zur Umsetzung einer klimaschutzorientierten Landwirtschaft im Gnarrenburger Moor sowie zur Erprobung einer moorschonenden Bewirtschaftung von Grünland im Landkreis Wesermarsch.
Darüber hinaus haben das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium auch die neue ELER-Maßnahme „Flächenmanagement für Klima und Umwelt“ mit einem Umfang von 15 Mio. € bei der EU genehmigt bekommen. Sie sorgt in Verbindung mit der Flurbereinigung dafür, dass arrondierte Gebiete in Hochmooren wiedervernässt und landwirtschaftliche Perspektiven geschaffen werden können. Die erste „Moorschutz-Flurbereinigung“ wurde jetzt in Langenmoor (Landkreis Cuxhaven) gestartet.
Auf der Veranstaltung wurde die neue Broschüre „Programm Niedersächsische Moorlandschaften – Grundlagen, Ziele, Umsetzung“ vorgestellt. Die Broschüre steht unter www.umwelt.niedersachsen.de als Download bereit.
 

Die Broschüre als Download

 
Niedersächsisches Umweltministerium

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