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Niedersachsens Modellprojekt gegen Baumunfälle vorbildlich

Zum Abschluss des Verkehrsgerichtstags in Goslar am 30. Januar hat sich Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies erneut gegen eine generelle Temporeduzierung auf Landstraßen von Tempo 100 auf Tempo 80 ausgesprochen: „Tempolimits müssen nachvollziehbar für den Autofahrer sein, sonst fehlt ihnen die nötige Akzeptanz. Einer generellen Beschränkung auf 80 km/h auf Landstraßen stehe ich demnach skeptisch gegenüber. Das Straßenverkehrsrecht bietet hier schon heute Möglichkeiten, gefährliche Strecken zu beschränken. Das ist nach meiner Ansicht der richtige Lösungsweg. Denn neben dem Schutz der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ist auch eine höchstmögliche Akzeptanz für die Beschränkungen wichtig, damit diese eingehalten werden.“
Geschwindigkeitserlass gegen Baumunfälle
Als positives Beispiel nannte der Minister dabei Niedersachsens Modellprojekt gegen Baumunfälle, das im Sommer 2014 in den Landkreisen Hildesheim, Osnabrück, Emsland, Cuxhaven, Osterholz und Friesland angelaufen ist. Anlass für das bundesweit einzigartige Projekt waren die vielen Baumunfälle, die sich Jahr für Jahr in Niedersachsen ereignen. Gerade Baumunfälle sind außerhalb geschlossener Ortschaften die Hauptursache für eine zu große Zahl von Toten und Schwerverletzten.
Strecken mit Baumbestand und besonders geringer Fahrbahnbreite sind Studien zufolge besonders gefährlich. Aus diesem Grund sei das Modellprojekt gestartet worden, so der Minister. Mit einem Geschwindigkeitserlass haben die an dem Projekt teilnehmenden Landkreise jetzt die Möglichkeit, an besonders schmalen Strecken Geschwindigkeitsreduzierungen anzuordnen.
Verkehrsminister Lies: „Immerhin hat die Unfallforschung klar festgestellt, dass sich die größte Zahl der Baumunfälle an Straßen, die weniger als sechs Meter breit sind, ereignet. Das Projekt wird über drei Jahre gehen und wissenschaftlich begleitet. Um die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erhöhen, gehören eine umfangreiche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu dem Maßnahmenkatalog. Außerdem wollen wir die Unfalldaten der Baumunfälle künftig noch präziser erfassen und auswerten, um sowohl mögliche Defizite der Straßeninfrastruktur festzustellen als auch Unfallschwerpunkte auszumachen. Dieses Projekt ist meiner Meinung nach vorbildlich.“
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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