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Niedersachsen: Wolfsbüro eröffnet

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat am 1. Juli offiziell das Wolfsbüro beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover eröffnet.
Die neue Einrichtung werde einen wichtigen Beitrag für das konfliktarme Zusammenleben von Wolf und Mensch leisten: „Mehr Information und Aufklärung und verbesserte organisatorische und technische Abläufe werden die Akzeptanz erhöhen. Bei allen Maßnahmen im Umgang mit dem unter Artenschutz stehenden Wolf steht für die Landesregierung die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle“, betonte der Minister.
Das Wolfsbüro wird Meldungen über Nutztierrisse einschließlich der Auszahlungen von Billigkeitsleistungen sowie Anträge auf Präventionsmaßnahmen bearbeiten. Alle Maßnahmen des niedersächsischen Wolfsmanagements werden künftig hier koordiniert. Außerdem wird das Wolfsbüro zentrale Anlaufstelle für die Bürgerberatung und die Nutztierhalterberatung und an der Öffentlichkeitsarbeit mitwirken. Drei Mitarbeiterinnen des sind hier beschäftigt.
Durch die FFH-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz ist das Land verpflichtet, dem Wolf Schutz zu gewähren und sein Überleben dauerhaft zu sichern. Seit November 2008 wurde der Wolf 66-mal als Verursacher von gemeldeten Rissen von Schafen, Damwild und Rindern amtlich festgestellt (Stand Juni 2015). In mehr als 40 Fällen seit 2008 kam der Wolf nachweislich nicht als Verursacher in Frage, Berthold Paterak, Leiter des Geschäftsbereiches „Landesweiter Naturschutz“ in der Direktion des NLWKN.
Um die Konflikte zu mindern und um in der Bevölkerung die Akzeptanz der zurückkehrenden Tierart zu fördern, hat das Niedersächsische Umweltministerium im November 2014 die „Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen in Niedersachsen“ („Richtlinie Wolf“) veröffentlicht.
Der NLWKN hat auch die Aufgabe, im Zusammenhang mit Nutztierrissen und als Beitrag zum Wolfsmonitoring genetische Untersuchungen durchzuführen. Paterak warb um Verständnis, dass diese Untersuchungen derzeit noch vier bis sechs Wochen dauern. Auftragsnehmer ist das Senckenberg Forschungsinstitut als „Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf“. Der NLWKN versucht gemeinsam mit dem Umweltministerium, eine andere Lösung zu finden, um die Ergebnisse schneller zu bekommen. Die genetischen Untersuchungen dienen zunächst dem sicheren Artnachweis. Zudem kann anhand von Haaren, Blut-, Speichel- oder Losungsproben mit Hilfe der Mikrosatelliten-Untersuchung ein genetischer Fingerabdruck eines Wolfes erstellt werden. Damit ist das Tier individualisiert und es können Aussagen über seine Verwandtschaftsbeziehungen zu bereits nachgewiesenen Tieren, zu seiner Herkunft und zum Wanderverhalten getroffen werden.
Das Wolfsbüro ist telefonisch erreichbar unter 0511-3034-3034; E-Mail: wolfsbuero@nlwkn-h.niedersachsen.de.
 

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Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

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