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Niedersachsen: Waldzustandsbericht 2016 vorgelegt

Niedersachsen: Waldzustandsbericht 2016 vorgelegt

Der Wald in Niedersachsen hat sich im abgelaufenen Vegetationsjahr vom Oktober 2015 bis September 2016 von seiner robusten Seite gezeigt und den Risiken von Witterung über Schädlinge bis hin zur Belastung durch Umweltgifte getrotzt. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Waldzustandsberichts. Demnach stagniert der Anteil schwer geschädigter oder abgestorbener Bäume auf sehr niedrigem Niveau. Auch die Senkung von Schwefelemissionen sowie die Belastung durch Schwermetalle haben im 30-Jahres-Vergleich enorme Verbesserungen gebracht.„Die aktuelle Bestandsaufnahme ist vor allem für den Klimaschutz eine sehr gute Nachricht“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. „Denn der Wald ist ja nicht nur für Menschen ein Ort für Erholung und ein kostbarer Lebensraum zum Erhalt der Biodiversität und ein wichtiger Wirtschaftsraum. Wir sind auf ihn auch im Kampf gegen den ‚Klimakiller‘ Kohlendioxid angewiesen.“ Tatsächlich tragen die Wälder in Deutschland und Holzprodukte durch ihre Speicherkapazität dazu bei, dass Kohlendioxid (CO2) nicht in die Atmosphäre entweicht. Rund 126 Mio. t CO2 werden auf diese Weise gebunden, das entspricht etwa 14 % des CO2-Ausstoßes bundesweit. Der Landwirtschaftsminister erinnerte daran, dass der Wald „vor vielen Jahren einst als Patient auf der Intensivstation“ gelegen habe. Meyer: „Ich bin sehr froh darüber, dass er mittlerweile auf dem guten Weg der Besserung ist.“ Ganz genesen sei der Wald allerdings noch nicht, sagte der Minister. Mit seiner Warnung verband er einen dringenden Appell: „Wir dürfen nicht nachlassen in unserem Bestreben, den Wald zu schützen.“Als großen Erfolg wertete Meyer in diesem Zusammenhang, „dass die Schwefelemissionen im Vergleich zu den frühen 1980er-Jahren um fast 90 % gesenkt worden sind“. Ein ähnliches Bild bietet sich bei der Verringerung der Schwermetallbelastung, insbesondere von Blei und Cadmium, von denen eine gravierende toxische Wirkung ausgeht. Gesetzliche Vorgaben und veränderte Produktionstechniken haben zu einer drastischen Senkung derartiger Einträge in die Wälder geführt. Ein Sorgenkind im niedersächsischen Wald ist derzeit allerdings die Eiche. Diese Baumart weist mit 30 % die höchste Kronenverlichtung auf. Sie gilt als Gradmesser für die Vitalität der Bäume. Zum Blattverlust haben unter anderem Insektenfraß und Pilzbefall beigetragen. Fichten und Buchen sind mit 28 % Kronenverlichtung ähnlich stark betroffen. Die Kiefer dagegen zeigt sich als stabilste Baumart: Sie weist lediglich 16 % Kronenverlichtung auf.Niedersachsen fällt beim Waldschutz eine besondere Rolle zu: Ungefähr ein Viertel der Landesfläche, nämlich etwa 1,2 Mio. ha, besteht aus Wald. Darunter sind rund 336.000 ha Landes- und 707.000 ha Privatwald. Der Rest verteilt sich auf Bundes- und Körperschaftswald. Meyer: „Der Wald ist ein Multitalent. Und weil wir um seine Bedeutung wissen, fördert die rot-grüne Landesregierung gezielt den Wandel sowohl zu einer naturnahen Waldwirtschaft als auch zu Mischwäldern.“ Man müsse „weg von den Nadelholz-Monokulturen. Denn nur so stärken wir die Widerstandskraft der Wälder gegen Insekten, Pilze und Umweltgifte“. Für Privatwälder bietet das Land unter anderem in verschiedenen Staffelungen Zuschüsse dann an, wenn Mischkulturen einen bestimmten Laubbaum-Anteil vorweisen oder Laubbaumkulturen einen gewissen Nadelbaumanteil.Niedersachsens Landwirtschaftsminister lobte angesichts des neu vorgelegten Waldzustandsberichts die Tätigkeit der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt. „Deren seit Jahrzehnten praktiziertes Umweltmonitoring versetzt uns erst in die Lage, den Zustand unserer Wälder genau analysieren zu können“, sagte Meyer. „Das erlaubt uns auch, bei etwaigen Risiken sofort gegenzusteuern. Denn wir brauchen widerstandskräftige und produktive Wälder – für den Klimaschutz, als Rückzugsort für Erholung und Muße, zur Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz und als ein Garant für Artenvielfalt.“Das Ministerium hat den 40-seitigen Waldzustandsbericht 2016 als Download auf seiner Website eingestellt.

ML

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