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Niedersachsens Wald

Niedersachsens Wald, Forst- und Holzwirtschaft einigt sich auf Positionspapier

Am 14. Juni unterzeichnete Forstministerin Grotelüschen als Ergebnis eines bundesweit einmaligen Prozesses das Positionspapier „Wälder für Niedersachsen – Wald, Forst- und Holzwirtschaft im Wandel“. Beteiligt sind Vertreter von 36 Verbänden und Institutionen, die sich aktiv eingebracht haben.

„Jede Bürgerin und jeder Bürger Niedersachsens hat einen individuellen Bezug zum Wald – Sie werden es beim Durchlesen unserer Broschüre erfahren“ wirbt Astrid Grotelüschen für die Belange von Wald, Forst- und Holzwirtschaft in Niedersachsen.
„Wir erwarten, dass unser Wald den umweltfreundlichen Rohstoff Holz liefert, vielfältigen Lebensraum bietet und den Klimawandel unbeschadet übersteht. Das alles zu bewerkstelligen ist keine einfache Aufgabe.“ Deshalb kommt es immer wieder zu Interessenkonflikten: Die Bevölkerung will sich unbeschränkt im Wald erholen. Das berührt natürlich das  Bewirtschaftungsinteresse des Waldbesitzes oder auch die Erwartung des Naturschutzes, größere Waldflächen einer ungestörten Entwicklung zu überlassen.
„Ich bin froh und bedanke mich bei allen, die sich konstruktiv und sachbezogen eingebracht haben. Nun liegt es auch in meinen Händen den Prozess fortzusetzen und konkrete Maßnahmen vorzubereiten. Zum Beispiel werde ich mich für einen vom Waldbesitz akzeptierten Naturschutz einsetzen. Denn eines ist klar: Ohne die Eigentümerinnen und Eigentümer unseres Niedersächsischen Waldes geht nichts!“
 
Wälder für Niedersachsen, Wald, Forst- und Holzwirtschaft im Wandel
Der Moderationsprozess des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung begann im Dezember 2008: Der damalige niedersächsische Forstminister Hans-Heinrich Ehlen stieß einen bundesweit einmaligen Moderationsprozess an, der verschiedensten Verbände/Institutionen mit Bezug zum Wald einbindet. Hintergrund: Wald, Forst- und Holzwirtschaft befinden sich aktuell in einem Spannungsfeld
  • Steigende Nachfrage nach Wasser, Nahrung und Energie,
  • Erhalt und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sowie
  • Wald im Klimawandel
Auf Grundlage der zahlreichen Rückläufe und der sehr positiven Resonanz auf die Initiative wurden die Rückantworten in einem ersten Entwurf eines „Positionspapiers“ zusammengeführt und anlässlich eines 1. Niedersächsischen Waldgipfels im Jagdschloss Springe zur Diskussion gestellt. Anchließend bestand für die beteiligten Akteure die Möglichkeit, schriftlich zu stets weiter modifizierten Entwürfen Stellung zu nehmen – fallweise wurden zu Einzelpunkten auch vertiefte Abstimmungen vorgenommen, um Konsensformulierungen zu finden und die jeweilige Kompromisslinie auszuloten.
Nach rund eineinhalb Jahren war ein Stand erreicht, der die ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen an Niedersachsens Wälder der Zukunft ausgewogen darstellte und ein hohes Maß an Zustimmung erwarten ließ – dementsprechend lud das Ministerium zur Unterzeichnung des gemeinsamen Positionspapiers ein. Anlässlich des 2. Niedersächsischen Waldgipfels unterschreiben 36 Verbände und Institutionen das Positionspapier – ein derart hohes Maß an Zustimmung, das sich zu Beginn kaum erhoffen ließ. Das gemeinsame Positionspapier ist als Broschüre in einer Kurz- und einer Langfassung aufgelegt.
Für Niedersachsensens neue Forstministerin, Astrid Grotelüschen, die Ende April 2010 ihr Amt übernahm, war es ein Anliegen, diesen bundesweit einmaligen Prozess fortzusetzen, „denn Wald verbindet“. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat einen ganz eigenen Bezug zum Wald. Mit der Unterzeichnung des Positionspapiers verleiht Forstministerin Grotelüschen Wald, Forst- und Holzwirtschaft in Niedersachsen eine starke gemeinsame Stimme. Damit wird Niedersachsen, das mit 1,1 Millionen Hektar Waldfläche auch „Waldland“ ist, dem eigenen Anspruch gerecht, bundesweit Akzente in Waldwirtschaft und Forstpolitik zu setzen.
Obwohl viele Kernanliegen der Naturschutzverbände – nach intensiver und konstruktiver Abstimmung – berücksichtigt worden sind, lehnen zwei Verbände weiter wenige Passagen ab und haben daher als einzige nicht mit unterzeichnet. Aus diesem Grund suchte Ministerin Grotelüschen erneut das Gespräch und stellte zudem in Aussicht, sie dennoch im weiteren Prozess gern angemessen einbinden zu wollen. Denn: Mit der Unterzeichnung des Positionspapiers ist der Prozess nicht abgeschlossen – es ist vielmehr als  Zwischenergebnis ein erster Meilenstein und somit nicht nur Basis für weiteren Dialog, sondern auch für die Ableitung und Bearbeitung erster Projekte. In fünf Jahren soll eine Gesamtbewertung anlässlich eines 3. Waldgipfels stattfinden.
Das Positionspapier kann auf der Homepage des Ministeriums heruntergeladen werden: www.ml.niedersachsen.de im Themenbereich „Wald, Holz & Jagd“ / „Aktuelles“.
MELVL

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