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NLF testen Folien-Konservierung von Rohholz

NLF testen Folien-Konservierung von Rohholz

Für Waldbesucher in der Revierförsterei Osterwald (Forstamt Saupark) bietet sich an manchen Stellen ein ungewöhnliches Bild: Hier wurden riesige Polter aus sägefähigem Fichtenrundholz mit Folien abgedeckt, um sie hier für mehrere Jahre ohne Wertverlust lagern zu können.
Diesen Versuch starteten die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) in Zusammenarbeit mit der Firma „Wood-Packer“, Thomas Maier aus Freiburg i.Br. Das Lagern von Holz im Wald über mehrere Jahre kommt zum Tragen nach großen Schadensereignissen wie den Stürmen „Quimburga“ 1972 oder „Kyrill“ 2007. In solchen Fällen kann die Holzindustrie Mengen, die oft das Vielfache eines normalen Jahreseinschlages ausmachen, nicht aufnehmen, in der Folge droht ein rapider Preisverfall auf dem Holzmarkt. Das Prinzip dieses Verfahrens kann verglichen werden mit der in der Landwirtschaft seit Jahren üblichen Folienverpackung von Strohballen. Entscheidend ist, dass das Holz in einer sauerstoffarmen Atmosphäre lagern muss. Dies unterbricht den natürlichen Zersetzungsprozess des Holzes und verhindert Pilzbefall.

Folienverfahren mit Vorteilen

Ingrid Beitzen-Heineke ist bei den NLF für den Holzverkauf zuständig. Sie betont, dass es auch andere Konservierungsmöglichkeiten gibt: „Die Beregnung von Holz wurde schon 1972 praktiziert, im Falle von Kyrill testeten wir ein alternatives Folienverfahren. Das in Süddeutschland nach Sturm Lothar (1999) entwickelte Verfahren bietet dem gegenüber einige Vorteile.“ Die Kosten des Verfahrens sind mit etwa 10 bis 13 EUR/Fm vergleichbar mit denen der Wasserlagerung, allerdings entfallen langwierige Genehmigungsverfahren und die Lagerung kann direkt vor Ort erfolgen.

Das nach „Kyrill“ praktizierte Folien-Verfahren ist zwar preiswerter, funktioniert jedoch nur bei Stammholz und maximal für zwei Jahre. Bei der jetzt in der Revierförstereri Osterwald getesteten Folienlagerung wurden drei Polter mit 5 m langen Fichtenabschnitten eingeschweißt. Dazu gibt es bereits Erfahrungen aus dem In- und Ausland, dabei konnte das Holz bis zu vier Jahre ohne Schädigung konserviert werden.

NLF/fp

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