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Niedersachsen plant Maßnahmenkatalog gegen Baumunfälle

Niedersachsen plant Maßnahmenkatalog gegen Baumunfälle

Niedersachsen ist das Bundesland mit der höchsten Anzahl von Baumunfällen in Deutschland. Im Zeitraum von 2010 bis 2012 ist die Zahl der Menschen, die bei Baumunfällen ums Leben gekommen sind, deutlich angestiegen. So wurden 2012 in Niedersachsen mehr als 1.000 Personen bei Baumunfällen getötet oder schwer verletzt. Damit nimmt Niedersachsen einen traurigen Spitzenplatz ein. Oft ist nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache dafür, dass Autofahrer von der Fahrbahn abkommen.
Dringender Handlungsbedarf
„In Niedersachsen herrscht dringender Handlungsbedarf. Wir müssen diese Entwicklung stoppen“, erklärt Verkehrsstaatssekretärin Daniela Behrens. In enger Zusammenarbeit mit dem Innen- und dem Umweltministerium hat das Verkehrsministerium Maßnahmen ausgearbeitet und diese jetzt im Kreise von Fachleuten sowie Landräten und Vertretern ausgewählter Landkreise diskutiert. Zum Maßnahmenkatalog gehören eine umfangreiche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für die besonderen Gefahrensituationen bei den Verkehrsteilnehmern zu schärfen, und ein Sonderprogramm, um ab 2015 Schutzplanken an Fahrbahnrändern anzubringen. Außerdem schlägt das Ministerium vor, die Unfalldaten der Baumunfälle künftig noch präziser zu erfassen und auszuwerten, um sowohl mögliche Defizite der Straßeninfrastruktur festzustellen als auch Unfallschwerpunkte auszumachen.
 
Modellprojekt startet 2014
„Zusätzlich wollen wir im Rahmen eines Modellprojektes präventive Geschwindigkeitsbeschränkungen auf kritischen Strecken anordnen. Die Unfallforschung hat klar festgestellt, dass sich die größte Zahl der Baumunfälle an Straßen, die weniger als 6 m breit sind, ereignet. Mit einem Geschwindigkeitserlass wollen wir ausgewählten Landkreisen die Möglichkeit geben, Geschwindigkeitsreduzierungen anzuordnen“, berichtet Staatssekretärin Behrens. In vier Landkreisen soll dies zunächst versucht werden: Emsland, Osnabrück, Cuxhaven und Hildesheim. In diesen Landkreisen sind die Unfallzahlen hoch bzw. sehr gestiegen. Sollten sich weitere Landkreise dem Modellprojekt anschließen wollen, ist dies möglich.
In dem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt sollen wichtige Erkenntnisse zur Reduzierung der Baumunfälle gesammelt werden. Es soll noch im ersten Halbjahr 2014 starten.
Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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