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Niedersachsen: Pilz setzt der Esche weiter stark zu

Niedersachsen: Pilz setzt der Esche weiter stark zu

Im Hainberg bei Sehlde im Landkreis Wolfenbüttel steigt bei Förstern, Waldbesitzern und Naturschutzbehörden die Sorge um die Esche an. Grund ist das sog. Eschentriebsterben.

Aus diesem Anlass trafen sich Förster des Niedersächsischen Forstamts Liebenburg, der Vorstand der Forstgenossenschaft Sehlde sowie Mitarbeiter der Unternaturschutzbehörde Wolfenbüttel und des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Wald auf dem Hainberg.
Forstamtsleiter Detlef Tolzmann berichtet: „Rund ein Viertel des Hainberger Waldes sind durch das Eschentriebsterben nachhaltig bedroht.“ Als Waldbesitzer sehen auch die Forstgenossen der Zukunft der Eschen mit einem weinenden Auge entgegen. „Wir haben Jahrzehnte lange auf die Esche im naturnahen Waldbau gesetzt und nun stirbt sie uns unter den Händen weg“, so Forstgenosse Horst Linnnemann.
Prekär wird die Lage auch aus Sicht des Naturschutzes. Die Wälder im Hainberg sind Bestandteile des gleichnamigen Flora-Fauna-Habitat-Gebietes Hainberg, zudem gehören weite Teile zu einem weiträumigen Landschaftsschutzgebiet.
Die Niedersächsischen Landesforsten mit ihrem Forstamt Liebenburg betreuen den Wald der Forstgenossenschaft Sehlde. Revierleiter Dirk Uhrner führte die Expertenrunde bei dem Ortstermin durch die unterschiedlich stark befallenden Eschen-Bestände. Hier wurden die geplanten Arbeiten der kommenden Erntesaison im Laubholz erläutert. „Der Absterbeprozess der Esche wird nicht mehr aufzuhalten sein,“ so Förster Uhrner, „wir hoffen, dass die Untersuchungen und Forschungen unser Forstwissenschaftler einen Lösungsweg aufzeigen, um die Esche zu retten. Hierbei müssen Waldbesitzer, Betreuer und Naturschutzbehörden an einem Strang ziehen.“
Das Eschentriebsterben breitet sich seit einigen Jahren in weiten Teilen Europas aus. Der Verursacher der Erkrankung ist ein mikroskopisch kleiner Schlauchpilz mit dem harmlos klingenden Namen „Falsches weißes Stengelbecherchen“. Die Sporen dieses Pilzes werden durch den Wind verbreitet. Junge wie alte Eschen auf allen Standorten sind gefährdet. Die befallenen Bäume zeigen zunächst eine Kronenverlichtung durch absterbende Blätter und Zweige. Kränkelnde und geschwächte Eschen regieren auf dieses Absterben mit der Bildung einer Sekundärkrone aus sogenannten Angsttrieben. Weitere Holzfäulepilze und Insekten lassen den stark geschwächten Baum dann absterben.  
Niedersächsische Landesforsten

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