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Niedersachsen: Mit 2 PS durch den Drawehn

Niedersachsen: Mit 2 PS durch den Drawehn

Aufmerksame Waldbesucher konnten in den letzten Wochen zwei kräftige Zugpferde im Drawehn beobachten. Die beiden Ardennen-Kaltblüter zogen einen Streifenpflug durch den lichten Kiefernwald der Niedersächsischen Landesforsten. Sie bereiteten mit ihrer Arbeit eine Waldverjüngung in der Försterei Gohlau (Forstamt Oerrel) vor.Der Grund für den Einsatz der Kaltblüter war laut Aussage von Christoph Siems, Leiter des Forstreviers Gohlau, eine für das Frühjahr 2017 geplante Freisaat zur Verjüngung von drei Waldflächen im Drawehn. Diese Verjüngungsmethode hat gegenüber der Pflanzung den Vorteil der natürlichen Wurzelentwicklung und führt zu einer besseren Standfestigkeit der Bäume. „Aber die Freisaat birgt auch einige Risiken“, erklärte Siems, „trockenes Wetter nach dem Auflaufen der Saat kann für die Keimlinge ein frühes Ende bedeuten.“ Auch Vögel, Mäuse und Schnecken mögen Waldsamen und zarte Keimlinge. Pilzbefall drohe bei feuchtwarmer Witterung. Saaten könnten überdies nur geplant werden, wenn geeignetes Saatgut in ausreichender Menge zur Verfügung steht, gibt der Forstmann zu bedenken. Ein Schirm aus fast hundertjährigen Kiefern, die einstmals selbst als Saat begründet worden sind, wird die jungen Bäume vor Frost, Wind und Hitze schützen.Auf den drei Saatflächen verhindert dichter Grasfilz aus Drahtschmiele eine natürliche Waldverjüngung. Nur vereinzelt haben sich Birken, Buchen und einige Brombeeren ansamen können. „Auf den sandigen Standorten sind das arbeitstechnisch relativ einfache Gegebenheiten. Hier lässt sich ein Pferdegespann gut und bodenschonend einsetzen“, betonte Siems. Der von zwei Pferdestärken gezogene Waldpflug hat Grasfilz und Rohhumus beiseite geklappt und auf diese Weise einen Saatstreifen freigelegt.Im kommenden Frühjahr werden Forstwirte ausgewähltes Kiefernsaatgut von Hand aus einer Saatflasche in die Pflugstreifen streuen. Weitere Baumarten wie Birke, Weide und Eberesche samen sich in dem vorbereiteten Keimbett natürlich an, um zu einem naturnahen Mischwald heranzuwachsen. Gerne würde der Gohlauer Förster diesen Wald in hundert Jahren betrachten können: „Das ist die besondere Herausforderung am Forstberuf – wir begründen einen Wald, den erst zukünftige Generationen ernten können.“Weitere Infos zum Thema Waldsamen finden Sie unter www.landesforsten.de/fsb

NLF/Red.

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