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?Motivierte Mitarbeiter

Niedersachsen: Minister-Besuch im Sägewerk und bei den Landesforsten

Auf Einladung der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) besuchte Forstminister Christian Meyer am 8. November die Revierförsterei Erdmannshausen des Forstamtes Nienburg, um sich über aktuelle Themen der Forst- und Holzwirtschaft zu informieren.

Treffpunkt war das Betriebsgelände des Sägewerks Schlesselmann GmbH in Graue. Forstamtsleiter Henning Schmidtke sowie Geschäftsführer Ralf Schlesselmann begrüßten neben Minister Meyer auch den Präsidenten der NLF, Dr. Klaus Merker sowie den Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), Hans von der Goltz.
Im Sägewerk Schlesselmann
In einer gut einstündigen Führung durch seinen Betrieb erläuterte Schlesselmann, welche Bedeutung – neben einer motivierten Mitarbeiterschaft und einer flexiblen, kundenorientierte Produktion – die regionale Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz hat. Eine schnelle Bereitstellung und kurze Lieferwege aus den umliegenden Wäldern der Landkreise Diepholz und Nienburg sind Voraussetzung für das Überleben eines mittelständischen Unternehmens in einem Markt, der von großen Sägewerken beherrscht wird. „Vier Generationen haben den Familienbetrieb zu dem gemacht, was er heute ist. Die fünfte Generation steht in den Startlöchern und ist bereit Verantwortung zu übernehmen“, so Schlesselmann. Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen.
Die Firma Schlesselmann GmbH (www.schlesselmann.de) besteht seit mehr als 100 Jahren und produziert heute mit 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr als 1 Mio. Sonderpalletten, die auf individuelle Kundenwünsche zugeschnitten sind. Das Holz hierfür stammt aus nachhaltig bewirtschafteten, nach PEFC zertifizierten Wäldern der Region.
Balance von Wald und Wild
„Generationsübergreifende Verantwortung“, unter dieser Überschrift stand auch der nächste Exkursionspunkt in einem zur Verjüngung anstehenden Buchen-Weißtannenmischwald. Dort hatte Revierförster Peter Braunert kleinere Flächen – sogenannte Weisergatter – einzäunen lassen, um den Einfluss von Reh- und Damwild auf die nachwachsende Waldgeneration zu demonstrieren: innerhalb des Zaunes – weil geschützt – eine vielfältige, vitale Naturverjüngung, außerhalb des Zaunes – wenn überhaupt – nur wenige, stark verbissene kleine Pflänzchen, die keine Chance haben, einmal den stabilen Mischwald der Zukunft zu bilden.
Hans von der Goltz nutze dieses Waldbild, um wesentliche Positionen der ANW darzustellen. Dazu gehört u.a. eine Jagdausübung, die zu einer Balance von Wald und Wild führen soll. Nur so wird ein eingezäunter Wald entbehrlich. Er appellierte an Minister Meyer, hierfür die jagdrechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Ich weiß, wir können nicht alle Jäger überzeugen, für einen angepassten Wildbestand zu sorgen, aber wer jagen will, der soll auch dürfen“, fasste von der Goltz zusammen und bat den Minister, die Anlage solcher Weisergatter zu unterstützen.
Die ANW betonte, dass die Weißtanne vor dem Hintergrund des prognostizierten Klimawandels als stabile, ökologisch unbedenkliche Mischbaumart zunehmend an Bedeutung für den naturnahen Waldbau in Niedersachsen gewinnt. Die Weißtanne sollte daher verstärkt forstlich gefördert werden.
Maschineneinsatz im Wald
Die Besichtigung einer sich im Einsatz befindlichen Holzerntemaschine (Harvester) des forstamtseigenen Maschinenstützpunktes, die u.a. auch Holz für das Sägewerk Schlesselmann erntet, war der letzte Anlaufpunkt des Ministerbesuches.
Maschinenführer Martin Grobermann informierte Minister Meyer über die Vorteile einer solchen Maschine hinsichtlich Arbeitssicherheit, Vermeidung von Fällschäden und effektiver Holzbereitstellung. Er wisse, dass der Maschineneinsatz im Wald nicht überall auf Begeisterung stößt, insbesondere im Hinblick auf den Bodenschutz. Aber er und seine Kollegen seien geschult und sensibilisiert, derartige Schäden zu vermeiden. „Wenn es auf den schweren, empfindlichen Waldböden zu nass wird, weichen wir auf trockenere Sandstandorte aus“, erläuterte Grobermann, „und wenn dort auch nichts mehr geht, dann steht die Maschine halt mal still!“
Abschließendes Angebot
Bei der Verabschiedung des Ministers zog Forstamtsleiter Schmidtke eine zufriedene Bilanz. Es sei wichtig, miteinander zu reden. Aber alles reden nützt nichts, wenn man nicht weiß, über was man redet. „Herr Minister, Sie haben sich heute – trotz engem Terminplan – einen kleinen Eindruck von den Aufgaben aber auch den Schwierigkeiten der Forst- und Holzwirtschaft verschaffen können. Ihr Besuch bei der Firma Schlesselmann und Ihr Interesse an unserer Arbeit hier im Wald haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstamtes sehr gefreut. Gerne stehen wir auch zukünftig für ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung“, so Schmidtke abschließend.
Niedersächsische Landesforsten
?Motivierte Mitarbeiter flexible und kundenorientierte Produktion sowie Holz aus der Region: damit können wir punkten!? Geschäftsführer Ralf Schlesselmann im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer und Landesforstenpräsident Dr. Klaus Merker (v.l.). Foto: NLF

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