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Niedersachsen feuern mit Holz

Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, sind Holzfeuerungen für immer mehr eine Alternative zu Heizöl und Gas.
Die Feuerstättenzählung Niedersachsen 2011 zeigt, dass die Anzahl der Holzhackschnitzel-Heizungen um 14 % auf nahezu 2.900 Anlagen stieg, bei den Pellet-Feuerungen gab es einen Zuwachs von 4.800 Anlagen und damit 17 %. Die Holzscheitfeuerungen legten um knapp 3 % auf insgesamt 1,25 Mio. Anlagen zu. Den größten Anteil haben hieran mit 95 % Holzscheitöfen, Zentralheizungen machen hingegen nur einen kleinen Anteil aus.
Der Holzverbrauch der betrachteten Feuerungen wird auf 2,8 Mio. Fm geschätzt. Durch den Einsatz des nachwachsenden Brennstoffs werden rund 1,3 Mio. t Kohlendioxid eingespart.
 
Nachfrage nach Brennholz steigt
 
Wie der Zuwachs bei Holzfeuerungen erwarten lässt, steigt in Niedersachsen auch die Nachfrage nach Brennholz, berichtet Carsten Brüggemann, Berater für Energietechnik bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zunehmend werde versucht, auch sogenanntes Restholz, zum Beispiel das der Baumkrone, als Brennholz zu verwenden.
 
Den Grund für die steigende Beliebtheit von Holzfeuerungen sieht Brüggemann insbesondere im Kostenvorteil: Während der Heizölpreis Anfang des Jahres bei rund 9 Cent pro Kilowattstunde lag, ist die Kilowattstunde aus Holz mit rund 3 Cent deutlich günstiger.
 
Etwa 20 Kubikmeter Holz werden pro Jahr benötigt, um ein Einfamilienhaus zu heizen; bei einem landwirtschaftlichen Betrieb sind es zwischen 50 und 60 Kubikmeter. Durch die anhaltende Kälte wurden im vergangenen Winter rund drei bis fünf Kubikmeter Holz zusätzlich verheizt.
 
Brüggemann empfiehlt, Scheitholz mindestens ein, besser zwei Jahre trocken zu lagern und mit maximal 25 % Feuchtegehalt zu verheizen. Haushalte, die einen Ofen anschaffen möchten, sollten beachten, dass für neue Pellet- und Hackschnitzelfeuerungen ab 2015 verschärfte Emissionsvorgaben gelten. Für Holzscheitöfen folgen die neuen Bestimmungen erst ein Jahr später. Deshalb empfiehlt der Energietechnikberater, neue Öfen noch vor 2015 zu installieren.
 
Allerdings lassen sich weitere Investitionen dadurch allenfalls hinauszögern: Zwar haben alte Anlagen zunächst Bestandsschutz, spätestens 2024 sieht das Bundes-Immissionsschutzgesetzt (BImSchG) aber auch für bestehende Öfen die neue Grenzwerte vor. Privathaushalten, die einen Ofen anschaffen möchten, bieten die Bezirksschornsteinfeger eine umfassende Beratung an.
LPD

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