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Die Folgen der Witterungsbedingungen der vergangenen Monate in den niedersächsischen Wäldern sind massiv.

Niedersachsen: Branchengespräch Wald

Nach einem stürmischen Winterhalbjahr folgte im Frühjahr und Sommer 2018 eine außergewöhnliche Trockenperiode. Um die immensen Folgen für die Wälder in Niedersachsen zu besprechen, die Maßnahmen des Landes zu erläutern und die weitere Entwicklung abzuschätzen, fand am 9. Oktober im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein Branchengespräch statt.

Der Einladung gefolgt waren 14 verschiedene Verbände und Institutionen, unter anderem der Waldbesitzerverband Niedersachsen, die Niedersächsischen Landesforsten, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die deutsche Sägeindustrie.

„Die Schäden in unseren Wäldern beobachte ich mit großer Sorge. Die Herausforderungen für Waldbesitzer sind immens!“, sagte Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast zu Beginn des Branchengesprächs. „Um unsere Wälder zu erhalten, müssen wir sie durch eine neue standortgerechte, klimaangepasste und strukturreiche Waldgeneration fit machen.“

Unterstützung für die Waldeigentümer

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Land Niedersachsen deshalb bereits umfangreiche Vorschläge zur Erweiterung neuer GAK Fördergrundsätze beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgelegt hat, um den Wald und die Forstwirtschaft – stärker als bisher – für die Herausforderungen des Klimawandels fit zu machen. Eine kurzfristig einberufene Bund-Länder-AG wird sich mit den einzelnen Vorschlägen der Länder auseinandersetzen. Danach werden zeitnahe Ergebnisse erwartet.

Auch auf die Fördermaßnahmen im Rahmen der Niedersächsischen Förderrichtlinie machte die Ministerin aufmerksam. So wird zum Beispiel die Wiederaufforstung der zerstörten Waldflächen von Land und Bund finanziell unterstützt. Insgesamt stehen 2019 für alle forstlichen Fördermaßnahmen 11,5 Mio. € Fördermittel zur Verfügung. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt unterstützt die Waldbesitzer zudem bei der Bewältigung von Forstschutzproblemen.

Aktuelle Waldschadenssituation ist ernst

Deutlich wurde während des Branchengesprächs vor allem eines: Die Auswirkungen für Waldbesitzer und Förster werden noch über viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, spürbar sein. Forstministerin Otte-Kinast hatte sich wenige Tage nach dem Sturm Friederike Ende Januar ein Bild von der Situation vor Ort gemacht und wird sich Anfang November erneut eine betroffene Region anschauen. Ministerin Otte-Kinast: „Die aktuelle Waldschadenssituation ist zu ernst, um einfach so zur Tagesordnung überzugehen. Wir werden die Waldbesitzer nachdrücklich unterstützen und ihnen bei der Neuausrichtung ihrer Wälder helfen!“

Folgen der Witterungsbedingungen

Die Folgen der Witterungsbedingungen der vergangenen Monate in den niedersächsischen Wäldern sind massiv: Frühe Herbststürme sorgten zunächst mit 0,7 Mio. m³ Sturmholz für erste Schäden. Der Wintersturm Friederike hatte noch weitreichendere Folgen: Im Solling, Harz und Weser-Leinebergland sowie im Osnabrücker Hügelland gab es innerhalb von nur wenigen Stunden über 2,5 Mio. m³ Sturmholz. Nach dem Sturm folgte eine außergewöhnlich langanhaltende Trockenperiode.

Nun drohen als Folge der Witterungsextreme weitergehende Folgeschäden durch Borkenkäfer und Pilze in bislang unbekanntem Ausmaß. Zum Schutz der Wälder arbeiten die Förster täglich mit Hochdruck an einer Schadensbegrenzung. Vorsichtige Schätzungen der Schäden durch Borkenkäfer liegen nach Meldung aus den Forstrevieren derzeit bei rund einem Drittel des regulären Jahreseinschlages bei der Baumart Fichte. Dies entspricht einer Schadholzmenge von etwa 0,7 Mio. m³ Käferholz.

Red./Quelle: ML Niedersachsen

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