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Die Felgenproduktion

Nicht alltäglich

Der Familienbetrieb Christian Fensel erlebte in den 100 Jahren seit seiner Gründung zwei Weltkriege und zwei Währungsreformen – und wandelte sich dabei von einem
Schmiedebetrieb zu einem Spezialanbieter von Pkw- und Nutzmaschinenrädern.
Am 23. Mai feierte das Unternehmen das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür.Die meisten Besucher des Vianor Service Centers ahnen wahrscheinlich nichts. Sie kommen in die Industriestraße 6 im Gewerbegebiet Fürth-Bislohe, um ihre Pkw- oder Lkw-Reifen zu wechseln oder um ihr Auto Warten zu lassen. Für sie ist Vianor in erster Linie eine Pkw-Werkstatt – wenngleich eine besondere, denn die Vianor Holding ist in Deutschland mit 22 Niederlassungen und der Hauptreifenmarke Nokian nicht überall bekannt. Geschäftsführer Christian Fensel gründete 2009 das erste deutsche Vianor Service Center dieser Art.Worum es bei der Vianor B.S.R. GmbH eigentlich geht, das könnte ein Kunde erst sehen, wenn er seine eingelagerten Winter- oder Sommerreifen selbst aus dem Lager holen dürfte. Dort türmen sich in den Hochregallagern auch Reifen ganz anderen Kalibers für Land-, Forst- und Kommunalmaschinen. Dort befindet sich eine Werkstatt, in der Rohfelgen aus Dänemark nach Kundenwunsch zu Kompletträdern veredelt werden. Und dort ist auch eine Lackierkammer, in der die Felgen die richtige Farbe erhalten – rot wie bei Fendt oder gelb wie bei HSM oder Welte.Dieses Geschäft als Großhändler bzw. als Erstausrüster für Nutzfahrzeughersteller betreibt der Landmaschinenmechanikermeister Christian Fensel schon seit 1984, als er die Firma von seinem Vater Lothar übernahm. Noch länger, seit der Agritechnica 1982, arbeiten die Fensels mit dem finnischen Reifenhersteller Nokian zusammen, der damals noch Nokia Tyres hieß.Die Wurzeln des Unternehmens reichen jedoch bis 1914 zurück. Damals gründete der Großvater Andreas Fensel in Nürnberg-Kraftshof vor Beginn des Ersten Weltkrieges einen Schmiedebetrieb. Er war Hufschmied, baute aber auch Holzräder und erledigte Schlosserarbeiten. Erst nachdem sein Sohn Lothar den Betrieb 1961 fortführte, kamen außer einem Eisenwarengeschäft auch die Reparatur von landwirtschaftlichen Traktoren und Forstmaschinen hinzu. Als 1997 eine Betriebserweiterung in Kraftshof nicht mehr möglich war, zogen die Fensels an den heutigen Standort in das Gewerbegebiet Bislohe. Ein Jahr später erweiterte Christian Fensel sein Geschäft um einem Pkw-Fachbetrieb.Der Oberbürgermeister von Fürth, Dr. Thomas Jung, war von dieser Firmengeschichte beeindruckt. „In 100 Jahren vom Hufschmied zum High-Tech-Unternehmen, das ist eindrucksvoll und nicht alltäglich“, sagte er in seinem Grußwort zur Jubiläumsfeier am 25. Mai. Das Unternehmen wird wohl noch eine ganze Weile fortbestehen. Denn seit 2005 ist nicht nur Fensels Ehefrau Isolde Mitglied der Geschäftsführung, sondern auch seine Tochter Katja, mit der das Unternehmen bereits in die vierte Generation geht.

Oliver Gabriel
macht den Reifenspezialisten Vianor B.S.R. auch zu einem metall-verarbeitenden Betrieb. Foto: O. Gabriel Die Felgenproduktion hier die Lackierkammer

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