Waldbau

Laubbaum-Unterpflanzungen für den Klimaschutz

Bearbeitet von Rainer Soppa

„Wald und Wasser – Wald und Klima“ lautete der Vortrag von Diplom-Forstingenieur Matthias Metzger, Naturschutzbeauftragter der Klosterforsten Hannover. Eingeladen zu dieser Internet-Diskussion hatte am 25. März der Verein Klimaschutz-Heidekreis.

Die Wälder der Erde enthalten etwa ebenso viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre (ca. 700 Mrd. t) und stellen damit einen wichtigen Speicher im globalen Kohlenstoffhaushalt dar. Jährlich werden 6 Mrd. t Kohlenstoff aus fossilen Kohlenstoffvorräten zusätzlich in die Atmosphäre abgegeben, hinzu kommen 2 Mrd. t aus der Zerstörung von Wäldern. Die natürlichen Systeme (inkl. der Wälder) können aber nur etwa 3 – 4 Mrd. t Kohlenstoff jährlich aufnehmen, das heißt jährlich gelangen etwa 3 Mrd. t Kohlenstoff zusätzlich in die Atmosphäre und verstärken somit den Treibhauseffekt. Intakte Wälder dienen durch Aufnahme und Bindung von CO2 in Holz als Kohlenstoffsenken. Durch eine Zerstörung, insbesondere durch Brandrodung von Wäldern, werden diese zu Kohlenstoffquellen.

Trockenheit

Die Wälder in Deutschland sind aktuell stark geschädigt. Die langen Trockenperioden der letzten Jahre stresst die Bäume. Hinzu kommen Schädlinge wie Borkenkäfer, die vor allem Fichten befallen und zu großflächigem Absterben ganzer Waldbestände führen. Auch Sturmschäden haben in den letzten Jahren immer wieder großflächige Schäden verursacht.

„Die Trockenheit der letzten drei Jahre hat die Grundwasserspeicher austrocknen lassen und führt vor allem bei älteren Bäumen, die tief wurzeln, zu massiven Schäden“, erläutert Matthias Metzger. Neben Fichten seien vor allem auch Buchen und in einigen Regionen auch Kiefern stark betroffen.

Grundwasser

Das Grundwasser, aus dem ein Großteil unseres Trinkwassers gewonnen wird, entsteht aus Niederschlägen, die im Boden versickern. Wälder spielen dabei als Sickerfläche für Niederschläge eine zentrale Rolle. Insbesondere unter Laubwäldern wird im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen mehr Grundwasser besserer Qualität gebildet.

Vor allem findet im Winterhalbjahr, wenn kein Laub auf den Bäumen vorhanden ist und das Wasser ungehindert in den Boden abfließen kann, in Laubwäldern eine hohe Grundwasserneubildung statt.

Klimawandel

Um Wälder in Deutschland für mehr Klima- und Wasserschutz zu optimieren und besser an den Klimawandel anzupassen, werden vorhandene Nadelholzreinbestände aus Kiefern und Fichten mit Laubbäumen unterpflanzt. Diese Umwandlung von Nadelwald in Laub- und Mischwälder bezeichnet man als Waldumbau.

In der anschließenden Diskussion wurde vereinbart, dass der Verein Klimaschutz derartige Vorhaben tatkräftig unterstützen möchte. Im kommenden Herbst beabsichtigt der Verein, nach Angaben des Vorsitzenden Wilfried Stegmann, auf einer vorbereiteten Fläche im Heidekreis mehrere tausend Bäume zu pflanzen. Neben jungen Eichen und Buchen sollen gemeinsam dabei auch insektenfreundliche Baumarten wie Linden und Wildobst eingesetzt werden. Durch die Vielfalt von Pflanzenarten kann die Widerstandsfähigkeit in Mischwäldern verbessert werden. Die jungen Bäume müssen zum Teil gewässert und durch Wildzäune geschützt werden. Mit Hilfe von Spendengeldern will der Verein dazu beitragen, einen Teil der Kosten zu decken.

Quelle: Wilfried Stegmann