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Die Teilnehmerinnen des ersten Forwarder-Frauen-Cups

Newcomer holt den Titel

Die Niedersächsischen Forwarder-Meisterschaften erlebten auf der Ligna in Hannover eine Zeitenwende. Gleich elf Damen nahmen am erstmals ausgetragenen Forwarder-Frauen-Cup teil und
empfahlen sich mit teils respektablen Ergebnissen als Konkurrenz für die Herren in der Fahrerkabine.Doch zunächst schien die Meisterschaft wie immer eine Männerdomäne zu sein. Im 18 Mann starken Fahrerfeld setzte sich dieses Jahr nicht der Seriensieger Günter Weismann aus Bayern durch. Der bisherige Niedersachsenmeister in der Gästewertung, amtierende Deutsche Meister und Vizeweltmeister belegte am Ende in der Gesamtwertung den dritten Platz. Ganz oben auf dem Siegertreppchen stand am Himmelfahrtstag ein Newcomer. Der Schleswig-Holsteiner Daniel Bergmann bezwang im Endlauf klar Martin Beha aus Baden-Württemberg, der als deutscher Vizemeister ebenfalls als Spitzenfahrer bekannt ist. „Jeder Fehler kann entscheidend sein“, hatte der Wettbewerbsleiter und Moderator Reinhard Mietschke den beiden Finalisten zuvor mit auf den Weg gegeben. Passgenau, denn Beha hätte beinahe postwendend einen Baum am Parcours umgefahren. Dafür gewann er immerhin die Turmbau-Wertung – vor Daniel Bergmann und Ingo Blum.In der Niedersachsenwertung bot das Siegertreppchen ein gewohnteres Bild. Ingo Blum verteidigte seinen Meistertitel. Ihm folgte Sven Küddelsmann, der auf den zweiten Platz abonniert zu sein scheint. Nur mit Sebastian Wellert auf Platz drei empfahl sich ein Newcomer als potenzieller Titelanwärter künftiger Meisterschaften. Einen Sonderapplaus verdiente sich Franz-Josef Ostendorf als Senior des Wettbewerbs, der an seiner elften Teilnahme einen ehrenvollen vierten Platz einfuhr.Mit „mal sehen, wie wir gegen die Stihl-Leute ankommen“, hatte Klaus Jähnich, Vizepräsident der Niedersächsischen Landesforsten, zuvor die Siegerehrung eröffnet. Er meinte damit die Stihl-Timbersports, die gleich um die Ecke eine beinahe permanente Geräuschkulisse aufrecht hielten. „Erstmals standen die Damen nicht mehr als Zuschauer hinterm Zaun“, machte Jähnich darauf aufmerksam, dass auch bei künftigen Forwardermeisterschaften mit Frauen in der Fahrerkabine zu rechnen sein werde. Angesichts deren Leistungsdichte seien in Zukunft sogar gemischte Wertungsläufe denkbar.Julia Haase als erste Titelgewinnerin des ersten Forwarder-Frauen-Cups könnte dann wieder ganz vorne dabei sein. Die 29-jährige Mutter von zwei Kindern ist seit 2007 Forstmaschinenfahrerin bei ThüringenForst im Maschinenstützpunkt Gehren bei Erfurt. Sie fährt zurzeit hauptsächlich einen Forwarder John Deere 1110 E sowie einen Harvester Timberjack 870 B. „Aber eigentlich fahre ich auch alles andere, was wir sonst noch haben.“ Sie hatte sich lediglich an einem der drei Trainingstage am NfBz Münchehof in Seesen auf den ersten Frauen-Cup vorbereitet. Ansonsten sei alles andere „aus der Praxis gekommen“. Trotzdem bekannte sie: „Ich kann’s noch gar nicht fassen“, als Reinhard Mietschke direkt nach dem Finallauf das Ergebnis bekannt gab. Auf die Thüringerin folgten auf Platz zwei und drei Tanja Markert, die mit ihrer Familie in Niedersachsen ein eigenes Forstunternehmen betreibt, und Christin Winkler aus Sachsen-Anhalt.Organisiert hatten den ersten Frauen- Cup Anne Wahlers-Dreeke und Vera Butterweck-Kruse von der Firma Butterweck Rundholzlogistik. Die Idee war vor zwei Jahren auf einer der regelmäßigen Damenreisen zu Ponsse nach Finnland entstanden. Und vom Fleck weg waren beim ersten Mal elf Teilnehmerinnen am Start. „Wir suchen aber noch mehr Frauen“, warb Anne Wahlers-Dreeke. „Unser Ziel ist es, bei der KWF-Tagung 2016 in Roding den zweiten Forwarder-Frauen-Cup zu starten.“

Werner Hoppe
Die Teilnehmerinnen des ersten Forwarder-Frauen-Cups ganz rechts Anne Wahlers-Dreeke Foto: W. Hoppe

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