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Neuwald bilden und Wald nachhaltig bewirtschaften!

Der Schleswig-Holsteinische Waldbesitzerverband mahnte anlässlich des zweiten Waldgipfels der CDU-Landtagsfraktion am 14. Februar größere Anstrengungen und konkrete Maßnahmen zur Neuwaldbildung an.

Schon der erste Waldgipfel der CDU-Landtagsfraktion im September 2019 hat gezeigt, dass ein großer politischer und gesellschaftlicher Konsens über die Notwendigkeit der Neuwaldbildung besteht. Das Ziel der CDU-Landtagsfraktion, zur Erreichung des 12-Prozent-Waldanteils in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren 15.000 ha aufzuforsten, wird von allen Seiten begrüßt. Der Waldbesitzerverband weist darauf hin, dass zur Erreichung des Ziels erhebliche Kraftanstrengungen notwendig sind.

Der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes Hans-Caspar Graf zu Rantzau erklärt dazu:

„Bloße Lippenbekenntnisse zur Aufforstung reichen nicht aus. Davon wird kein einziger zusätzlicher Baum gepflanzt. Die Landesregierung muß mit konkreten Maßnahmen tätig werden und auch bereit sein, ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich müssen die Mittel aus der geplanten CO₂-Steuer für die Klimaleistungen des Waldes eingesetzt werden.

Der Wald ist der wichtigste Klimaschützer in Deutschland. Neuwaldbildung, Waldschutz und die Bewirtschaftung der Wälder sind der zentrale Baustein, um die Klimaziele zu erreichen. Der nachhaltig bewirtschaftete Wald und der Rohstoff Holz sind der größte Speicher von CO₂. Ohne die Neubildung und Erhaltung und die aktive Bewirtschaftung des Waldes werden wir in Deutschland die Klimaziele nicht erreichen.

Die Forstwirtschaft ist der einzige Sektor, der in Deutschland als CO₂-Senke aktiv zum Klimaschutz beiträgt. Wir begrüßen auch andere wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz, wie z.B. den Moorschutz. Allerdings halten diese Maßnahmen lediglich die weitere Degradierung von Moorbereichen und eine zusätzliche Freisetzung von CO₂ auf und sind auf längere Zeit keine CO₂-Senke.“

Nachhaltige Waldbewirtschaftung leistet großen Beitrag zum Klimaschutz

Schon im Sommer 2019 hatte eine Studie der ETH Zürich ermittelt mit, dass mit einer weltweiten Aufforstung gut 2/3 der gesamten CO₂-Emissionen im Wald gespeichert werden können. Wald bindet Kohlendioxid langfristig und das nicht nur in der Baummasse, sondern vor allem auch in den Holzprodukten und durch die Nutzung des nachwachsenden Holzes anstelle von fossilen Rohstoffen.

Dabei leistet die nachhaltige Waldbewirtschaftung einen größeren Beitrag zum Klimaschutz als „Waldwildnis“.

Eine aktuelle Studie eines anerkannten Wissenschaftlerteams unter Leitung von Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena hat untersucht, wie sich nachhaltig bewirtschaftete und unbewirtschaftete Wälder der gemäßigten Klimazone im Hinblick auf ihre Klimabilanz unterscheiden. Die Ergebnisse der in Global Change Biology-Bioenergy veröffentlichten Studie zeigen, dass nachhaltige Wirtschaftswälder das Klima besser schützen. Ihr wichtigster Beitrag ist das Ersetzen fossiler Brennstoffe durch energetische Nutzung von Holz. Die eingesparten CO₂-Emissionen machen bis zum 10-fachen dessen aus, was über den Aufbau von Holzvorräten im Naturschutzwald gebunden wird. Die vollständige Herausnahme von Wäldern aus der Bewirtschaftung schmälert deren Beitrag zum Klimaschutz.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Schleswig-Holsteinischer Waldbesitzerverband

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